Zerebrale Kleingefäßerkrankung (CSVD)
ENCerebral small vessel disease (CSVD)
Die zerebrale Kleingefäßerkrankung (CSVD) umfasst ein Spektrum pathologischer Veränderungen der penetrierenden Arterien, Arteriolen, Kapillaren und Venolen des Gehirns und führt zu einer charakteristischen Konstellation von Neuroimaging-Befunden: Hyperintensitäten der weißen Substanz, Lakunarinfarkte, erweiterte perivaskuläre Räume, Mikroblutungen und kortikale oberflächliche Siderose. Hypertonie ist der dominierende beeinflussbare Risikofaktor; weitere Beiträge leisten Diabetes, Dyslipidämie, Rauchen und genetische Varianten wie NOTCH3-Mutationen bei CADASIL. CSVD ist für etwa 20 % aller Schlaganfälle verantwortlich (rund 25 % der ischämischen Schlaganfälle, vorwiegend lakunär) und die häufigste Ursache vaskulärer kognitiver Beeinträchtigung, wobei die kumulative Läsionslast mit Exekutivdysfunktion, Gangstörungen, Depression und Progression zur vaskulären Demenz korreliert. Eine spezifische krankheitsmodifizierende Pharmakotherapie für CSVD existiert derzeit nicht; die Blutdruckkontrolle bleibt die am robustesten belegte Intervention zur Verlangsamung der Läsionsentstehung.
Quellen
- Hainsworth AH, Markus HS, Schneider JA. (2024). Cerebral small vessel disease, hypertension, and vascular contributions to cognitive impairment and dementia. *Hypertension*doi:10.1161/HYPERTENSIONAHA.123.19943
- Liu X, Sun P, Yang J, Fan Y. (2022). Biomarkers involved in the pathogenesis of cerebral small-vessel disease. *Frontiers in Neurology*doi:10.3389/fneur.2022.969185
