Vitamin D und Muskulatur
4 Paper in der Bibliothek, stärkste Bewertung Moderat.
Bewertet als Moderat · Genetische Analyse mit Daten von 318.851 Menschen europäischer Herkunft; viele Merkmale wurden ohne statistische Korrektur für Mehrfachtests geprüft.
Paper 4
- Vitamin D: Mehr fettfreie Masse, aber nicht mehr GriffkraftModeratn = 318.8512026MedicineWer angeborene Genvarianten für einen höheren Vitamin-D-Spiegel trägt, hatte etwas mehr fettfreie Masse in Armen und Beinen, also vor allem Muskeln. Für Griffkraft und Gehtempo fand sich dagegen kein Zusammenhang. Mit diesen Messgrößen erfassten die Forschenden altersbedingten Muskelschwund. Sie nutzten eine Methode, die angeborene Genvarianten als natürliches Experiment verwendet. Die Daten zum Vitamin-D-Spiegel stammten von 318.851 Menschen europäischer Herkunft. Je nach Messgröße dienten bis zu 13 Genvarianten als Anzeiger für den Spiegel. Vitamin-D-Präparate bekam niemand. Geprüft wurden auch Bewegung, Alkohol und das Verhältnis von Taille zu Hüfte. Dort zeigte sich kein klarer Zusammenhang. Nur eine von mehreren Rechenmethoden verband einen höheren Spiegel damit, nie geraucht zu haben. Diesen Befund zum Rauchen schränken die Autoren selbst ein, weil die Hauptmethode ihn nicht bestätigte. Ob Vitamin-D-Präparate Muskeln aufbauen oder Muskelschwund verhindern, lässt sich aus der Studie nicht ablesen. Zudem wurden viele Merkmale ohne statistischen Ausgleich getestet, und alle Daten stammen von Menschen europäischer Herkunft.
- Nach dem Schlaganfall: Wenig Vitamin D, mehr StürzeModeratn = 8022026Clinical interventions in agingEin Schlaganfall wirft ältere Menschen oft weit zurück. Wer zusätzlich Vorhofflimmern hat, eine Herzrhythmusstörung, ist besonders anfällig für bleibende Einschränkungen, Niedergeschlagenheit und Stürze. In einer Studie aus China erholten sich Betroffene mit wenig Vitamin D im Blut schlechter. Im Jahr danach stürzten sie auch häufiger. Forschende einer Klinik begleiteten 802 Menschen ab 65 Jahren nach einem Schlaganfall durch ein verstopftes Blutgefäß. Innerhalb von 48 Stunden nach der Aufnahme maßen sie den Vitamin-D-Spiegel. Gut 60 Prozent hatten einen niedrigen Wert. Diese Gruppe hatte in den zwölf Monaten danach ein um 29 Prozent höheres Risiko für einen ersten Sturz. Nach drei Monaten kamen sie im Alltag weniger gut allein zurecht und hatten häufiger deutliche depressive Beschwerden. Stürze waren insgesamt häufig: 327 von 742 Nachverfolgten stürzten mindestens einmal, also mehr als zwei von fünf. Vitamin D bekam in der Studie niemand. Ob mehr Vitamin D die Erholung verbessert oder Stürze verhindert, lässt sich daraus nicht ablesen. Das betonen auch die Autoren. Zudem fehlten einheitliche Angaben zu früheren Stürzen, Gangsicherheit oder geistiger Fitness, die den Zusammenhang mit erklären könnten. Die Forschenden sehen den Blutwert vor allem als einfachen Hinweis darauf, wer gefährdet ist.
- Schwankendes Vitamin D, häufiger Muskelschwund im AlterVorläufign = 2152026Journal of investigative medicine : the official publication of the American Federation for Clinical ResearchFür die Muskeln im Alter könnte nicht nur zählen, wie hoch der Vitamin-D-Spiegel ist. Es könnte auch darauf ankommen, wie stark er schwankt. Ältere Menschen, deren Werte von Messung zu Messung stärker auf und ab gingen, hatten häufiger altersbedingten Muskelschwund. Das galt auch, nachdem weitere Faktoren herausgerechnet waren. Forschende werteten dafür die Akten von 215 Menschen ab 65 Jahren aus. Alle wurden in einer Ambulanz für Altersmedizin betreut. Das mittlere Alter lag bei 78 Jahren. Für jede Person lagen zwei bis vier Vitamin-D-Messungen vor. Muskeln und Fett wurden mit einer speziellen Röntgenmessung bestimmt. Fast zwei Drittel, 140 von 215, hatten Muskelschwund. Stärkere Schwankungen hingen zunächst auch mit wenig fettfreier Masse zusammen, also vor allem Muskeln. Der Zusammenhang war schwach und statistisch nur knapp gesichert. In einer Untergruppe von 27 Menschen zeigten sich ähnliche Muster. Nach einer strengeren Prüfung für viele gleichzeitige Tests hielten sie aber nicht stand. Ob stabilere Vitamin-D-Werte die Muskeln schützen, lässt sich aus solchen Aktendaten nicht ablesen. Die Autoren halten es dennoch für sinnvoll, Vitamin D über einen Zeitraum zu verfolgen statt nur einmal zu messen.
- Diabetes und wenig Vitamin D: häufiger Muskelschwund im AlterVorläufign = 7.5202026The journal of nutrition, health & agingÄltere Menschen mit Diabetes und zugleich wenig Vitamin D im Blut hatten in einer englischen Gruppe häufiger altersbedingten Muskelschwund. Gemeint ist beides zusammen: eine schwache Hand und wenig geschätzte Muskelmasse. Über alle Teilnehmenden hinweg zeigte sich dagegen kein klarer Zusammenhang, wenn man andere Einflüsse herausrechnete. Forschende werteten Daten von 7.520 Menschen ab 50 Jahren aus den USA und England aus. Alle wurden einmalig untersucht. Als niedrig galt ein Vitamin-D-Wert von höchstens 50 Nanomol pro Liter. In England hatten Menschen mit Diabetes und niedrigem Wert häufiger Muskelschwund als Menschen ohne Diabetes mit höherem Wert. In der US-Gruppe wies der Befund in dieselbe Richtung, war aber nicht eindeutig. Zusätzlich bekamen Ratten, die künstlich gealtert und zuckerkrank gemacht worden waren, Vitamin D3. Sie griffen danach fester zu, und das Fett im Muskel war um etwa 72 Prozent geringer als bei Tieren mit Vitamin-D-Mangel. Die Autoren nennen die Befunde beim Menschen selbst einen Hinweis, keine Bestätigung. Weil nur einmal gemessen wurde, ist offen, was zuerst da war: wenig Vitamin D oder schwache Muskeln. Ob Vitamin D Menschen mit Diabetes vor Muskelschwund schützt, wurde nicht getestet, sondern nur bei Ratten.
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