Nach dem Schlaganfall: Wenig Vitamin D, mehr Stürze
Einstufung Moderat — eine Klinik begleitete 802 ältere Schlaganfall-Betroffene ein Jahr lang; die Beobachtung an einem Ort ohne Angaben etwa zu früheren Stürzen zeigt keine Ursache.
- Design
- Prospektive Kohortenstudie
- Teilnehmende
- 802
- Dauer
- 12 Monate
- Finanzierung
- —
Ältere Menschen mit wenig Vitamin D im Blut stürzten nach einem Schlaganfall mit Vorhofflimmern häufiger.
Ein Schlaganfall wirft ältere Menschen oft weit zurück. Wer zusätzlich Vorhofflimmern hat, eine Herzrhythmusstörung, ist besonders anfällig für bleibende Einschränkungen, Niedergeschlagenheit und Stürze. In einer Studie aus China erholten sich Betroffene mit wenig Vitamin D im Blut schlechter. Im Jahr danach stürzten sie auch häufiger.
Forschende einer Klinik begleiteten 802 Menschen ab 65 Jahren nach einem Schlaganfall durch ein verstopftes Blutgefäß. Innerhalb von 48 Stunden nach der Aufnahme maßen sie den Vitamin-D-Spiegel. Gut 60 Prozent hatten einen niedrigen Wert. Diese Gruppe hatte in den zwölf Monaten danach ein um 29 Prozent höheres Risiko für einen ersten Sturz. Nach drei Monaten kamen sie im Alltag weniger gut allein zurecht und hatten häufiger deutliche depressive Beschwerden. Stürze waren insgesamt häufig: 327 von 742 Nachverfolgten stürzten mindestens einmal, also mehr als zwei von fünf.
Vitamin D bekam in der Studie niemand. Ob mehr Vitamin D die Erholung verbessert oder Stürze verhindert, lässt sich daraus nicht ablesen. Das betonen auch die Autoren. Zudem fehlten einheitliche Angaben zu früheren Stürzen, Gangsicherheit oder geistiger Fitness, die den Zusammenhang mit erklären könnten. Die Forschenden sehen den Blutwert vor allem als einfachen Hinweis darauf, wer gefährdet ist.
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