Zehn Stunden Sitzen am Tag, kaum Pausen: höheres Sterberisiko
Einstufung Moderat — forschende begleiteten 89.010 Menschen mit Bewegungssensor im Mittel acht Jahre; als Beobachtungsstudie kann sie Ursache und Wirkung nicht belegen.
- Design
- Prospektive Kohortenstudie
- Teilnehmende
- 89.010
- Dauer
- 8 Jahre
- Finanzierung
- National Natural Science Foundation of China; Hunan Furong Scholar Program…
Langes Sitzen ohne Pausen ging mit einem höheren Sterberisiko einher; häufige Pausen schwächten diesen Zusammenhang ab.
Wer täglich zehn Stunden oder länger sitzt und dabei selten aufsteht, hatte in einer großen britischen Studie ein um gut 50 Prozent höheres Sterberisiko. Verglichen wurde mit Menschen, die kürzer saßen und ihr Sitzen mindestens zwölfmal am Tag unterbrachen. Häufige Pausen schwächten den Nachteil langen Sitzens ab.
Forschende werteten Daten von 89.010 Teilnehmenden der UK Biobank aus, im Mittel 63,5 Jahre alt. Sie trugen drei bis sieben Tage lang einen Bewegungssensor am Handgelenk und wurden danach im Mittel acht Jahre begleitet. Wer viel saß und wenig Pausen machte, hatte ein um 55 Prozent höheres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Mit 50 Jahren blieben Männern dieser Gruppe rechnerisch knapp drei Jahre weniger ohne solche Erkrankungen, Frauen gut drei.
Ein Rechenmodell schätzt: Würden 30 Minuten Sitzen durch zügige Bewegung ersetzt, läge das Sterberisiko dieser Gruppe um 17 Prozent niedriger. Das ist eine Modellrechnung, kein getesteter Versuch. Zudem kann der Sensor am Handgelenk Sitzen nicht sicher von ruhigem Stehen unterscheiden. Die Teilnehmenden waren überwiegend weiß, eher gesund und sozial besser gestellt. Eine Ursache belegt die Studie nicht, das betonen die Forschenden selbst.
Haftungsausschluss: Forschungszusammenfassungen dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Gesundheitsroutine vornimmst.
