Einsam und inaktiv im Alter: höchstes Demenzrisiko
Einstufung Moderat — fast 247.000 Erwachsene wurden bis zu elf Jahre begleitet; als Beobachtungsstudie kann sie Ursache und Wirkung nicht trennen, und die Risikofaktoren wurden nur einmal erfragt.
- Design
- Prospektive Kohortenstudie
- Teilnehmende
- 246.968
- Dauer
- 11 Jahre
- Finanzierung
- ZonMw
Ältere Menschen, bei denen Einsamkeit, gedrückte Stimmung und Bewegungsmangel zusammenkamen, hatten das höchste Demenzrisiko.
Übergewicht, Rauchen, Einsamkeit: Risikofaktoren für Demenz treten selten allein auf. Eine große Auswertung aus den Niederlanden zeigt, welche Kombinationen bei älteren Menschen am stärksten mit späterer Demenz verbunden waren. Am höchsten war das Risiko in einer Gruppe, in der Einsamkeit, gedrückte Stimmung und Bewegungsmangel zusammenkamen. Ihr Risiko lag um 23 Prozent höher als bei Menschen mit dem günstigsten Profil.
Grundlage war eine Gesundheitsbefragung von 2012 mit fast 247.000 Erwachsenen. Die Forschenden betrachteten zehn beeinflussbare Faktoren, darunter Bluthochdruck, Diabetes, Hörverlust, Alkohol, Rauchen und Depression. Eine statistische Methode sortierte die Menschen in Gruppen mit ähnlichem Muster. Bei den über 65-Jährigen verfolgten sie bis 2023, wer an Demenz erkrankte. Die Gruppe mit viel Alkohol und Rauchen hatte ein um 16 Prozent höheres Risiko. Bei Herz- und Stoffwechselproblemen waren es 12 Prozent.
Soziale und demografische Unterschiede wurden dabei herausgerechnet. Trotzdem zeigen die Daten Zusammenhänge, keine Ursachen. Ob weniger Einsamkeit und mehr Bewegung im Alter Demenz verhindern, lässt sich daraus nicht ablesen. Zudem stammen die Risikofaktoren aus einer einzigen Befragung.
Haftungsausschluss: Forschungszusammenfassungen dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Gesundheitsroutine vornimmst.
