Diabetesmittel Metformin gegen Altern: Hoffnung mit Widersprüchen
Einstufung Vorläufig — eine Übersichtsarbeit, die vorhandene Studien aus Labor, Tierversuchen und Beobachtungen beim Menschen zusammenfasst, ohne eigene neue Daten.
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Metformin greift in Zellen an mehreren Stellen des Alterns an, bei alten Tieren gibt es aber auch Hinweise auf ungünstige Wirkungen.
Bisher ist kein Medikament zugelassen, das das Altern selbst bremst. Das gilt, obwohl seit mehr als 15 Jahren Hunderte Wirkstoffe geprüft wurden. Eine Übersichtsarbeit rückt deshalb ein bekanntes Mittel in den Blick: Metformin, eine gängige Tablette gegen Typ-2-Diabetes. Nach Darstellung der Autoren starben Menschen unter Metformin seltener und bekamen seltener mehrere Alterskrankheiten. Das soll auch für Menschen ohne Diabetes gelten, unabhängig vom Blutzucker.
In Zellen greift Metformin laut der Übersicht an mehreren Stellen an, die mit dem Altern zu tun haben. Es aktiviert das Enzym AMPK, eine Art Energiesensor der Zelle. Es bremst den Wachstumsschalter mTOR und fördert die Müllabfuhr der Zelle. Dazu kommen besser arbeitende Kraftwerke der Zellen und weniger Entzündungssignale aus gealterten Zellen. Große Beobachtungsstudien passen laut den Autoren zu diesem Bild.
Doch die Autoren nennen auch Widersprüche. Bei alten Tieren könnte Metformin den Alterungsprozess sogar ungünstig beeinflussen. Wie das Mittel im Detail wirkt, ist nicht vollständig geklärt. Die Arbeit sammelt vorhandene Studien und liefert keine eigenen neuen Daten. Beobachtungsstudien zeigen zudem nur Zusammenhänge, nicht, ob Metformin selbst die Ursache ist.
Haftungsausschluss: Forschungszusammenfassungen dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Gesundheitsroutine vornimmst.
