Wer mit 70 fit ist, bekommt seltener Alzheimer
Einstufung Moderat — knapp 1.500 Menschen wurden fast neun Jahre begleitet und ihre Fitness gemessen; als Beobachtungsstudie kann sie Ursache und Wirkung nicht belegen.
- Design
- Prospektive Kohortenstudie
- Teilnehmende
- 1.491
- Dauer
- 8,7 Jahre
- Finanzierung
- Research Council of Norway; Central Norway Regional Health Authority
Ältere Menschen mit guter Ausdauer hatten in den folgenden knapp neun Jahren ein etwa halb so hohes Alzheimer-Risiko.
Wer zu Beginn der Siebziger eine gute Ausdauer hatte, erkrankte in den folgenden Jahren seltener an Alzheimer. Das zeigen Daten von 1.491 Frauen und Männern aus Trondheim in Norwegen. Ihre Fitness wurde gemessen, nicht erfragt. Erfasst wurde die größte Menge Sauerstoff, die der Körper bei voller Anstrengung aufnehmen kann.
Alle waren zu Beginn ohne Demenz. Forschende begleiteten sie im Mittel 8,7 Jahre lang. In dieser Zeit bekamen 77 von ihnen Alzheimer. Wer mindestens 80 Prozent des Durchschnittswerts seines Geschlechts erreichte, hatte ein etwa halb so hohes Risiko wie die weniger Fitten. Das gilt auch, wenn man Alter, Bildung und Rauchen herausrechnet. Die Schätzung ist allerdings recht unsicher. Ob sich die Fitness im ersten Jahr verbesserte, machte dagegen keinen klaren Unterschied.
Die Studie beobachtet nur. Sie beweist nicht, dass Ausdauer vor Alzheimer schützt. Die Teilnehmenden waren zudem eher gesund und motiviert, für gebrechlichere Menschen gilt das Ergebnis womöglich nicht. Die Autoren schließen, dass es wichtiger sein könnte, fit ins höhere Alter zu kommen, als nach 70 kurzfristig zuzulegen.
Offenlegung von Interessenkonflikten: Finanziert von norwegischen öffentlichen Forschungsräten und Gesundheitsstiftungen, keine Industriefinanzierung.
Haftungsausschluss: Forschungszusammenfassungen dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Gesundheitsroutine vornimmst.
