Wenig Schwung am Tag, unruhige Nächte: Hinweise auf Demenz
Einstufung Moderat — über 57.000 ältere Menschen wurden fast acht Jahre begleitet, mit Bestätigung in einer zweiten Gruppe; als Beobachtung zeigt das aber keine Ursache.
- Design
- Prospektive Kohortenstudie
- Teilnehmende
- 57.413
- Dauer
- 7,8 Jahre
- Finanzierung
- —
Wenig kräftige Bewegung am Tag und unruhiger Schlaf gingen bei älteren Menschen mit einem höheren Demenzrisiko einher.
Wie sich jemand tagsüber bewegt und nachts schläft, verrät etwas über das spätere Demenzrisiko. Ältere Menschen mit wenig kräftiger Bewegung am Tag und unruhigem Schlaf erkrankten häufiger an Demenz. Ein Messgerät am Handgelenk, eine Woche lang getragen, machte die Vorhersage etwas genauer.
Forschende werteten Daten von 53.448 Menschen ab 60 Jahren aus der britischen UK Biobank aus. Sie trugen sieben Tage lang einen Bewegungssensor. Ein Computerverfahren suchte aus 36 Messwerten zwei Muster heraus. Das erste: kurze, seltene Phasen zügiger Bewegung, viel leichte Aktivität und schnelles Ausruhen. Wer dieses Muster deutlich stärker zeigte als der Durchschnitt, hatte ein um 43 Prozent höheres Demenzrisiko. Das zweite Muster, sehr kurzer oder sehr langer Schlaf, lange Wachphasen und frühes Aufwachen, ging mit einem um 10 Prozent höheren Risiko einher. In einer zweiten Gruppe von 3.965 Menschen bestätigte sich das.
Verglichen mit einer Vorhersage nur nach dem Alter verbesserten die Muster die Treffsicherheit etwa so stark wie ein Test auf das bekannte Risikogen APOE. Der Gewinn war aber bescheiden. Ob Bewegung und Schlaf die Demenz mitverursachen oder schon frühe Anzeichen davon sind, zeigt die Studie nicht. Gemessen wurde nur eine Woche, und die Teilnehmenden waren gesünder als der Durchschnitt.
Haftungsausschluss: Forschungszusammenfassungen dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Gesundheitsroutine vornimmst.
