DEXA-Scan: Was er kostet, wann die Kasse zahlt und wo du ihn in Deutschland bekommst
Zwei sehr verschiedene Scans laufen unter demselben Namen. Der eine misst deine Knochen und ist manchmal Kassenleistung. Der andere schätzt Fett und Muskel, kostet dich immer selbst Geld und braucht trotzdem einen ärztlichen Grund.
Aktualisiert am 18 Min. Lesezeit27 Quellen
Kurz erklärt
Als Selbstzahler kostet dich die Knochendichtemessung per DEXA in Deutschland etwa 40 bis 70 Euro.[4] Den Preis für den Ganzkörper-Scan von Fett und Muskel legt jeder Anbieter selbst fest, also lass ihn dir vorher schriftlich nennen (Stand: Oktober 2026). Die gesetzliche Kasse zahlt nur die Knochendichtemessung samt möglicher Kontrollen während der Therapie, und auch die nur, wenn deine Ärztin wegen konkreter Befunde Osteoporose-Medikamente plant.[3, 15] Weil DEXA mit Röntgenstrahlung arbeitet, braucht jeder Scan eine medizinische Begründung durch eine Ärztin oder einen Arzt, und eine reine Lifestyle-Messung ist in Deutschland nicht zulässig.[5, 22]
Diese Inhalte dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Ernährung, deinem Trainingsprogramm oder deiner Nahrungsergänzung vornimmst.
Was kostet ein DEXA-Scan privat? Preise 2026 für Knochendichte und Körperfett
Ein DEXA-Scan kostet dich als Selbstzahler etwa 40 bis 70 Euro für die Knochendichte.[4] Für den Ganzkörper-Scan der Körperzusammensetzung, also von Fett und Muskel, gibt es dagegen keinen festen Preis (Stand: Oktober 2026).
Dieser fehlende Festpreis hat mit der Abrechnung zu tun. Ärztinnen und Ärzte rechnen beide Scans bei Selbstzahlern nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab, doch für die Körperzusammensetzung hat die GOÄ keine eigene Ziffer. Die Praxis wählt deshalb selbst eine vergleichbare Leistung aus dem Gebührenverzeichnis, rechnet den Scan wie diese ab und bestimmt so auch seinen Preis.[26]
Nebeneinander gestellt zeigt die Tabelle, wo der Preis feststeht und wo die Kasse mitzahlt:
| Scan | Was gemessen wird | Selbstzahler (Stand: Oktober 2026) | Gesetzliche Kasse |
|---|---|---|---|
| Knochendichte (Osteodensitometrie) | Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Hüfte | etwa 40 bis 70 Euro,[4] | Ja, aber nur bei konkreter Osteoporose-Indikation[3, 15] |
| Ganzkörper-Körperzusammensetzung | Fett und fettfreie Masse (alles außer Fett und Knochen), auch getrennt nach Körperregionen | Anbieter legt den Preis fest, vorher erfragen | Nein, immer Selbstzahler[15] |
Quellen: Deutsche Rheuma-Liga[4] G-BA.[3, 15]
Die letzte Spalte gilt für die gesetzliche Kasse. Bist du privat versichert, frag vor der Buchung deine Versicherung, was sie übernimmt, denn dein Eigenanteil hängt an deinem Tarif. Rechne trotzdem damit, dass du die reine Körperfett-Messung ohne Diagnose selbst zahlst. Bei der Praxis lässt du dir dann den Preis schriftlich geben und fragst, ob das ärztliche Auswertungsgespräch enthalten ist oder extra kostet. Ein reiner Ausdruck und eine halbe Stunde Besprechung sind nämlich zwei verschiedene Leistungen. Brauchst du beide Messungen, frag gleich nach einem gemeinsamen Termin, denn beide laufen auf demselben Gerät.
Zwei Scans unter einem Namen: Knochendichte und Körperzusammensetzung
DEXA (auch DXA geschrieben) steht für Dual-Energy X-ray Absorptiometry: Das Gerät schickt Röntgenstrahlung mit zwei verschiedenen Energien durch deinen Körper. Knochen, Fett und das übrige Weichgewebe schlucken die beiden Energien unterschiedlich stark. Daraus zerlegt die Software deinen Körper in drei Anteile: Knochenmineral, Fettmasse und fettfreie Weichmasse, zu der alles zählt, was weder Fett noch Knochen ist.[7] Aus diesem einen Trick entstehen zwei ganz verschiedene Untersuchungen.
Scan 1: die Knochendichtemessung. In Arztpraxen heißt sie oft einfach Osteodensitometrie, und sie dauert wenige Minuten. Gemessen wird meist an der Lendenwirbelsäule und an beiden Hüften, so sieht es die deutsche Osteoporose-Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) vor.[1] Das Ergebnis dieser Messung ist der T-Score, der deine Knochendichte mit der junger gesunder Erwachsener vergleicht. Null heißt, du liegst genau auf deren Durchschnitt, und je weiter der Wert unter null fällt, desto geringer ist deine Knochendichte im Vergleich.
Für diesen T-Score gibt es bei Frauen nach den Wechseljahren und Männern ab 50 zwei Schwellen. Ab minus 2,5 spricht man von Osteoporose, zwischen minus 1 und minus 2,5 von Osteopenie, einer Vorstufe mit verminderter Knochendichte.[2, 13] Ein niedriger Wert allein ist aber noch keine Diagnose, denn die Ärztin muss zuerst andere Ursachen einer verminderten Knochendichte ausschließen, etwa eine Osteomalazie, also eine Knochenerweichung.[27]
Scan 2: der Ganzkörper-Scan für die Körperzusammensetzung. Hier liegst du etwa fünf bis zehn Minuten komplett unter dem Scanner. Der Ausdruck zeigt meist:
- Fettmasse in Kilogramm und Prozent
- fettfreie Masse, oft aufgeschlüsselt nach Armen, Beinen und Rumpf
- eine Schätzung des viszeralen Fetts (das Fett um deine Bauchorgane)
- den ALMI, einen Näherungswert für die Muskelmasse in Armen und Beinen[7]
Diesen zweiten Scan meinen Kraftsportler, Menschen unter Abnehmspritze und Longevity-Interessierte, wenn sie nach einem DEXA-Scan suchen. Wer in einer Radiologiepraxis einfach einen DEXA-Scan anfragt, bekommt aber standardmäßig Scan 1. Für Fett und Muskel musst du ausdrücklich nach Körperzusammensetzung oder Body Composition fragen, denn nicht jede Praxis, die Knochendichte misst, hat die Software dafür freigeschaltet. Selbst dann stehen viszerales Fett und ALMI nur auf dem Ausdruck, wenn die Software der Praxis sie berechnet, deshalb lohnt sich die Frage schon bei der Buchung.
Zahlt die Krankenkasse den DEXA-Scan? G-BA-Regel und DVO-Leitlinie
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Knochendichtemessung, wenn deine Ärztin wegen konkreter Befunde eine Osteoporose gezielt mit Medikamenten behandeln will, und den Scan der Körperzusammensetzung zahlt sie nie.[3, 15] Diese Regel stammt vom G-BA, dem Gemeinsamen Bundesausschuss, der festlegt, was die gesetzliche Kasse bezahlt. Sein Beschluss vom Februar 2013 gilt Stand Oktober 2026 weiter.[3, 15] Mit konkreten Befunden sind Hinweise aus deiner Vorgeschichte und der ärztlichen Untersuchung gemeint.[15] Das klassische Beispiel ist ein Wirbelkörper- oder Hüftbruch ohne passenden Unfall, also ein Bruch bei einem Sturz aus dem Stand oder beim Heben einer Einkaufstasche.[3, 15]
Ein Bruch ist aber keine Voraussetzung mehr.[3] Auch Kortison, das du über lange Zeit als Tablette nimmst, kann so ein Befund sein. Die Osteoporose-Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) empfiehlt dann die Basisdiagnostik mit Knochendichtemessung, wenn du mehr als drei Monate lang täglich mindestens 7,5 mg Prednisolonäquivalent nehmen sollst.[1] Gemeint ist eine Kortisondosis, die auf den Wirkstoff Prednisolon umgerechnet ist. Für die Kostenübernahme reicht diese Empfehlung allein aber nicht aus, denn Risikofaktoren ohne geplante Therapie genügen der Kasse nicht.[15]
Ob eine Messung empfohlen wird und ob die Kasse sie bezahlt, sind also zwei verschiedene Fragen. Die erste beantwortet die DVO-Leitlinie recht genau, zuerst für Menschen nach einem Bruch. Ab 50 soll nach jedem Bruch zeitnah die Basisdiagnostik mit DXA folgen, besonders nach einer Fragilitätsfraktur, also einem Bruch bei sehr geringer Belastung.[1] Dieselbe Empfehlung gilt für Frauen nach den Wechseljahren und für Männer unter 50, wenn sie einen Bruch hatten.[1]
Ohne Bruch kommt es zuerst aufs Alter an: Ab 70 sollte die Diagnostik allen angeboten werden, sofern sich aus dem Ergebnis eine Behandlung ergeben würde.[1] Zwischen 50 und 70 hängt es davon ab, welche Risikofaktoren bei dir zusammenkommen. Dazu zählen etwa eine Kortisontherapie, rheumatoide Arthritis, Diabetes, Stürze oder eine Hüftfraktur bei Mutter oder Vater.[1] Unter 50 sollen Ärztinnen die Messung anbieten, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen und das Ergebnis die Behandlung ändern würde.[1] All diese Empfehlungen stammen aus der DVO-Leitlinie von 2023, die gerade aktualisiert wird. Stand Oktober 2026 gilt sie weiter, denn ihre Gültigkeit wurde bis zum 31. März 2027 verlängert.[1]
Hat eine solche Messung zu einer Osteoporose-Therapie geführt, können auch Verlaufsmessungen zu ihrer Kontrolle unter die Kassenregel fallen.[3] Die DVO-Leitlinie empfiehlt eine solche Kontrolle vor Ablauf von fünf Jahren nach Beginn oder Wechsel der Therapie.[1] Beim Zeitpunkt richtet sich die Kasse aber nach der G-BA-Regel und nicht nach der Leitlinie. Sie zahlt eine Wiederholung frühestens nach fünf Jahren, außer besondere therapierelevante Befunde machen eine frühere Messung nötig.[15]
Bist du dagegen 45, gesund und willst einfach wissen, wie deine Knochen stehen, zahlt die gesetzliche Kasse nicht. Die Messung wird dann zur IGeL, einer individuellen Gesundheitsleistung, die du selbst bezahlst. Bevor du zahlst, muss dich die Praxis in Textform (auf Papier oder per E-Mail) über die voraussichtlichen Kosten informieren.[24] Selbst zu zahlen ersetzt aber nicht die medizinische Rechtfertigung, denn nach dem Strahlenschutzgesetz muss eine Ärztin trotzdem beurteilen, ob der Nutzen das Strahlenrisiko überwiegt.[5] Als Routinecheck für Gesunde sieht die Leitlinie die Messung ohnehin nicht vor.[1]
Für die Körperzusammensetzung gilt eine andere Rechnung. Die Richtlinie des G-BA kennt DXA nur als Knochendichtemessung, deshalb gibt es im Kassen-Gebührenkatalog (EBM) keine Ziffer für den Ganzkörper-Scan.[15] Keine gesetzliche Kasse übernimmt ihn, auch nicht bei Adipositas, also starkem Übergewicht, oder bei Verdacht auf Sarkopenie, dem altersbedingten Verlust von Muskelmasse und Kraft.[15] Frag vor der Buchung ruhig bei deiner Kasse nach, rechne aber mit dem vollen Preis.
Österreich und Schweiz
In Österreich zahlt die Kasse die Knochendichtemessung, wenn eine ärztliche Zuweisung vorliegt und die Messung in einem Vertragsinstitut stattfindet.[20] In der Schweiz fragst du vor dem Termin am besten bei deiner Grundversicherung nach, ob sie die Messung übernimmt.
Wo du einen DEXA-Scan bekommst: Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln
Einen DEXA-Scan bekommst du nur über eine Ärztin oder einen Arzt, weil er eine Röntgenuntersuchung ist. Vorher muss ein Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz prüfen, ob der medizinische Nutzen in deinem Fall das Strahlenrisiko überwiegt.[5] Solche Ärzte und Geräte findest du in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln an diesen Orten, grob nach Häufigkeit geordnet:
- Radiologiepraxen: Fast jede größere Praxis hat ein DEXA-Gerät für die Knochendichte. Ob die Ganzkörper-Software freigeschaltet ist, steht meist auf der Website unter Körperfettmessung oder Körperzusammensetzung.
- Osteologische Zentren und endokrinologische Praxen: Osteologische Zentren sind auf Knochenerkrankungen spezialisiert, endokrinologische Praxen auf Hormon- und Stoffwechselerkrankungen. Geht es dir um Osteoporose, sind sie deine erste Adresse.
- Sportmedizin und Sportwissenschaft: Einige Universitäten und Olympiastützpunkte, also Trainingszentren für Spitzensportler, messen auch bei Externen. Weil das teils zu Forschungskonditionen geht, lohnt sich dort ein Anruf.
- Kommerzielle Body-Composition- und Longevity-Studios: Sie arbeiten meist mit ärztlicher Anbindung und bieten eine ausführliche Auswertung.
Erfahrungen mit einzelnen Anbietern und ihren Auswertungsgesprächen findest du in unseren lokalen Community-Gruppen, etwa in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln. Hast du einen passenden Anbieter gefunden, klär bei der Terminanfrage drei Punkte:
- Welches Gerät? Die großen Hersteller sind Hologic und GE Lunar. Ihre Werte sind nicht direkt vergleichbar, also bleib für Verlaufsmessungen beim selben Gerät.[6, 7, 12]
- Was steht im Befund? Du willst Fett und fettfreie Masse getrennt für Arme, Beine und Rumpf sehen, dazu das Fett um die Bauchorgane, nicht bloß eine Prozentzahl.
- Ärztliche Einordnung dabei? Frag, ob eine Ärztin dir die Werte im Gespräch erklärt, denn ein Ausdruck allein hilft dir wenig.
Was als medizinischer Grund zählt
Die Prüfung vor dem Scan schreibt Paragraf 83 Strahlenschutzgesetz vor. Danach braucht jede Anwendung ionisierender Strahlung am Menschen, also auch jedes Röntgen, eine rechtfertigende Indikation, das heißt eine ärztliche Begründung. Eine reine Lifestyle-Messung nach dem Motto „ich will meinen Körperfettanteil wissen“ reicht dafür nicht. Die Strahlenschutzkommission (SSK) hat 2015 klargestellt, dass DXA-Untersuchungen ohne medizinische Indikation unzulässig sind, etwa wenn sie nur der Motivation dienen oder Lifestyle-Aktivitäten begleiten.[5, 22]
Seriöse Anbieter lassen deshalb im Einzelfall einen Arzt die medizinische Fragestellung prüfen und dokumentieren. Infrage kommt zum Beispiel ein Verdacht auf Sarkopenie, also auf altersbedingten Verlust von Muskelmasse und Kraft. Auch die Verlaufskontrolle bei starkem Übergewicht oder unter Abnehmspritze kann ein Grund sein, doch jede Wiederholung braucht ihre eigene Rechtfertigung.[5] Verkauft dir jemand den Scan ohne jeden ärztlichen Kontakt, ist das ein Warnsignal.
T-Score, ALMI und viszerales Fett: So liest du deinen DEXA-Befund
Fünf Zahlen auf dem DEXA-Befund tragen den Großteil der Aussage: T-Score, Z-Score, Körperfettanteil, viszerales Fett und ALMI. Der Rest des mehrseitigen Ausdrucks mit seinen Farbgrafiken schlüsselt sie vor allem nach Körperregionen auf.
T-Score (nur Knochendichte). Er vergleicht deine Knochendichte mit der junger gesunder Erwachsener. Diese Einteilung gilt für Frauen nach den Wechseljahren und Männer ab 50.[13]:
- minus 1,0 oder höher: normal
- zwischen minus 1,0 und minus 2,5: Osteopenie, eine Vorstufe mit verminderter Knochendichte
- minus 2,5 oder tiefer: Osteoporose[2]
Über eine Therapie entscheidet nach der DVO-Leitlinie allerdings das absolute Frakturrisiko, also wie wahrscheinlich ein Bruch bei dir ist. Berechnet wird es aus Alter, Geschlecht, T-Score und Risikofaktoren[1] Ein T-Score von minus 2,0 kann deshalb bei einer 75-Jährigen mit einem früheren Bruch behandlungsbedürftig sein und bei einer 52-Jährigen ohne Risikofaktoren nicht.
Z-Score (wenn du unter 50 bist). Dein Befund zeigt auch einen Z-Score, also deinen Wert im Vergleich zu Menschen deines Alters und Geschlechts. Für Frauen vor den Wechseljahren und Männer unter 50 ist das die Zahl, auf die es ankommt, nicht der T-Score.[13] Ein Z-Score von minus 2,0 oder tiefer heißt, dass du unter dem für dein Alter erwarteten Bereich liegst.[13] Das ist ein Grund für ein Gespräch mit deiner Ärztin, für sich allein aber noch keine Osteoporose-Diagnose.
Körperfettanteil. Einen belegten Longevity-Grenzwert für den Fettanteil gibt es nicht, und auch DEXA-Werte aus der Bevölkerung sagen dir nicht, ob deiner günstig ist. Solche Vergleichswerte stammen etwa aus NHANES, einer US-Gesundheitserhebung mit Scans auf Geräten des Herstellers Hologic. Dort lag der Fettanteil bei 25-jährigen Männern bei rund 24 Prozent und bei Frauen bei rund 38 Prozent, und mit dem Alter steigt er.[11] Diese Zahlen beschreiben, wie die Bevölkerung aussah, und sind keine Zielwerte.
Vergleichen solltest du deinen Wert außerdem nur mit anderen DEXA-Messungen. Caliper, also die Hautfaltenzange, und Bioimpedanz-Waagen, die über einen schwachen Strom schätzen, rechnen mit anderen Modellen, deshalb können ihre Zahlen um mehrere Kilo von DEXA abweichen.[8] Misst du heute auf der Waage und in einem halben Jahr im DEXA, vergleichst du also zwei Methoden statt zwei Zustände deines Körpers.
Viszerales Fett (VAT, vom englischen visceral adipose tissue). Gemeint ist das Fett zwischen den Bauchorganen, das DEXA aus dem Bauchbereich des Scans schätzt und in Gramm oder Kubikzentimetern angibt. In einer Vergleichsstudie lag diese Schätzung im Gruppenschnitt sehr nah an der Computertomografie (CT), der Referenzmethode.[10] Für die einzelne Person konnte sie aber um mehrere hundert Kubikzentimeter danebenliegen.[10] Trotzdem lohnt es sich, diese Zahl auf demselben Gerät zu verfolgen, denn viszerales Fett hängt stärker als das Fett unter der Haut mit Diabetes und Herz-Kreislauf-Risiko zusammen.[10]
ALMI (Appendicular Lean Mass Index). Das ist die fettfreie Masse deiner Arme und Beine in Kilogramm, geteilt durch deine Körpergröße in Metern zum Quadrat. An dieser Zahl wird die Muskelmasse bei Sarkopenie festgemacht, dem altersbedingten Verlust von Muskelmasse und Kraft. Die europäische Sarkopenie-Konsensusgruppe EWGSOP2 setzt die Grenze bei unter 7,0 kg/m² für Männer und unter 5,5 kg/m² für Frauen.[6]
Dabei zählt die Reihenfolge, denn EWGSOP2 erkennt eine mögliche Sarkopenie zuerst an der Muskelkraft. Als niedrig gilt eine Handgriffkraft unter 27 kg bei Männern beziehungsweise 16 kg bei Frauen. Dasselbe gilt, wenn du für fünfmaliges Aufstehen vom Stuhl ohne Armeinsatz mehr als 15 Sekunden brauchst. Erst wenn die Kraft niedrig ist, bestätigt ein niedriger ALMI die Diagnose.[6] Deine Griffkraft kannst du deshalb zuerst mit unserem Griffkraft-Rechner gegen deutsche Normwerte einordnen, bevor du Geld für einen Scan ausgibst.
DEXA oder InBody, Strahlung und der Abstand zwischen zwei Scans
DEXA gilt als übliche Referenzmethode für die Körperzusammensetzung, während InBody, Tanita und Körperfettwaagen mit schwachem Strom schätzen und dabei um mehrere Kilo danebenliegen können.[8] Diese Geräte nutzen die bioelektrische Impedanzanalyse (BIA): Ein schwacher Strom läuft durch deinen Körper, und aus dem Widerstand schätzt eine Formel dein Körperwasser und daraus Fett und Muskel.
Wie weit diese Schätzung danebenliegen kann, zeigt eine französische Klinikstudie mit 3.655 Messpaaren von Patienten einer Ernährungsabteilung, gemessen mit einem klinischen BIA-Gerät. Bei einem Body-Mass-Index (BMI, Gewicht im Verhältnis zur Größe) zwischen 18,5 und 40 schätzte es die fettfreie Masse um etwa 3 bis 8 Kilo höher als DEXA.[8] Für die einzelne Person lagen beide Werte zudem oft weit auseinander, egal bei welchem BMI.[8]
InBody, Tanita und Waagen für zu Hause wurden in dieser Studie nicht getestet, aber die Lehre lässt sich übertragen: Der Fehler hängt am Gerät und seiner Formel. Für eine grobe Richtung reicht die Waage. Ob du in sechs Monaten mit Abnehmspritze zwei Kilo fettfreie Masse verloren hast, kann sie dir aber nicht verlässlich sagen.
DEXA ist auch eine Schätzung, denn es berechnet Fett, fettfreie Masse und Knochen aus der Abschwächung der Röntgenstrahlen.[7] Dafür liefert es Werte für Arme, Beine und Rumpf sowie das viszerale Fett.[7] Auch wie stark diese Werte von Scan zu Scan schwanken, ist gut untersucht. In einer kleinen Studie an einem Gerät des Herstellers Hologic lag diese Schwankung für Gesamtfett, fettfreie Masse und viszerales Fett jeweils unter 3 Prozent.[23]
Aus dieser Schwankung ergibt sich eine Schwelle, die Fachleute kleinste signifikante Änderung nennen: Erst eine Veränderung darüber hebt sich sicher vom Messrauschen ab. Beim viszeralen Fett lag diese Schwelle in derselben Studie bei etwa 7 Prozent,[23] sodass ein kleinerer Unterschied zwischen zwei Scans noch Zufall sein kann.
Wie genau dein eigener Anbieter misst, verraten diese Studienzahlen allerdings nicht, denn das Rauschen hängt vom Gerät und von der Praxis ab. Deshalb verlangt die internationale Fachgesellschaft für Knochendichtemessung (ISCD), dass jede Einrichtung ihren eigenen Messfehler und ihre kleinste signifikante Änderung bestimmt.[13, 19] Frag deinen Anbieter nach diesen beiden Werten, bevor du zwei Scans vergleichst.
Wie oft ein Scan sinnvoll ist
Bei der Körperzusammensetzung ergibt sich der richtige Abstand aus der kleinsten signifikanten Änderung. Er hängt also davon ab, wie schnell sich dein Körper verändert und wie genau dein Anbieter misst.[13, 23] Begleitet eine Ärztin mit DEXA eine medizinische Behandlung, etwa eine Adipositas-Therapie oder eine Abnehmspritze, sind 6 bis 12 Monate ein üblicher Abstand. Das ist eine Faustregel und keine Vorgabe der ISCD. Ein festes Minimum ist es auch nicht, denn bei schnellem Gewichtsverlust kann eine echte Veränderung die Schwelle schon früher überschreiten. Jede Wiederholung braucht wie der erste Scan ihre eigene ärztliche Rechtfertigung.[5]
Bei der Knochendichte hängt der Abstand dagegen davon ab, wie weit dein T-Score von der Therapieschwelle entfernt ist.[1] Die Kasse zahlt eine Wiederholung frühestens nach fünf Jahren.[15]
Die Strahlung
DEXA arbeitet mit sehr niedriger Röntgendosis, gemessen als effektive Dosis, dem Maß für das Strahlenrisiko des ganzen Körpers. Für den Ganzkörper-Scan nennt eine Übersichtsarbeit je nach Gerät etwa 4 bis 8 Mikrosievert (µSv).[9] Die Knochendichtemessung an Wirbelsäule plus Hüfte liegt mit grob 20 µSv darüber.[9] Zum Vergleich liegt die natürliche Strahlung in Deutschland im Schnitt bei 2,1 Millisievert pro Jahr, also etwa 6 µSv pro Tag.[14] Ein Körperfett-Scan entspricht damit etwa einem Tag normalen Lebens, eine Knochendichtemessung ein paar Tagen.[9, 14] Niedrig ist aber nicht null, deshalb bindet der Gesetzgeber jeden Scan an eine ärztliche Indikation,[5] und in der Schwangerschaft wird nicht gescannt.[21]
Lohnt sich ein DEXA-Scan für dich?
Ein DEXA-Scan lohnt sich vor allem bei erhöhtem Knochenbruchrisiko oder bei Verdacht auf Sarkopenie, also einem Verlust von Muskelmasse und Kraft. Nimmst du eine Abnehmspritze oder trainierst ernsthaft Kraft, hängt es davon ab, ob eine Ärztin einen medizinischen Grund sieht. Für die meisten anderen lohnt er sich erst mal nicht, weil jeder Scan einen solchen Grund braucht.
Ja, wenn du über 50 bist und ein Frakturrisiko hast. Die DVO-Leitlinie empfiehlt die Basisdiagnostik mit Knochendichtemessung nach jedem Bruch ab 50 und für alle ab 70, sofern eine Behandlung folgen würde.[1] Zwischen 50 und 70 gilt das, wenn sich Risikofaktoren zu einem relevanten Frakturrisiko summieren. Typisch sind Kortisontabletten über Monate, rheumatoide Arthritis, Diabetes, wiederholte Stürze oder die Hüftfraktur eines Elternteils.[1] Dabei zählt das Gesamtrisiko: Eine Hüftfraktur der Mutter allein rechtfertigt bei einem 50-jährigen Mann ohne weitere Risikofaktoren laut einem Beispiel der Leitlinie keine Messung.[1] Wo die Leitlinie greift, ist die Knochendichte Standardmedizin, und die Kasse zahlt, sobald deine Ärztin eine Osteoporose-Therapie plant.[3, 15] Sprich deine Hausärztin darauf an.
Vielleicht, wenn du eine Abnehmspritze nimmst. Unter diesen GLP-1-Medikamenten geht ein Teil des verlorenen Gewichts als fettfreie Masse verloren. Fettfreie Masse ist allerdings nicht dasselbe wie Muskel, denn DEXA zählt alles dazu, was weder Fett noch Knochen ist.[7] Muskel gehört also dazu, macht aber nicht die ganze Zahl aus. In der STEP-1-Studie mit dem Wirkstoff Semaglutid wurde eine Untergruppe per DXA gemessen. Trotz Ernährungs- und Bewegungsberatung verlor sie fettfreie Masse in Kilogramm, auch wenn deren Anteil am Körpergewicht stieg.[18]
Einen solchen Verlust kann ein DEXA-Scan sichtbar machen. Die ISCD, die Fachgesellschaft für Knochendichtemessung, nennt einen starken Gewichtsverlust von mehr als etwa 10 Prozent als Anlass, bei dem ein Scan der Körperzusammensetzung eingesetzt werden kann. Ob er die Behandlung und ihre Ergebnisse verbessert, ist laut ISCD allerdings unsicher.[13] Deine Ärztin entscheidet deshalb im Einzelfall, ob er sich für dich lohnt.
Begleitet deine Ärztin die Therapie mit DEXA, misst sie einmal vor dem Start und einmal nach sechs bis zwölf Monaten. So siehst du, ob du vor allem Fett verloren hast oder auch fettfreie Masse. Weil DEXA-Werte mit dem Wasserhaushalt schwanken, misst du am besten jedes Mal unter denselben Bedingungen.[6] Zeigt der zweite Scan trotzdem einen deutlichen Verlust, steht im GLP-1-Muskel-Guide, wie Training und genug Eiweiß helfen können, ihn zu begrenzen.
Ja, bei Verdacht auf Sarkopenie. Kommst du schwer vom Stuhl hoch, ist das ein Grund, deine Kraft testen zu lassen. Nach den Grenzen der europäischen Fachgruppe für Sarkopenie gilt sie als niedrig, wenn deine Griffkraft unter 27 kg (Männer) beziehungsweise 16 kg (Frauen) liegt. Dasselbe gilt, wenn du für fünfmaliges Aufstehen ohne Armeinsatz mehr als 15 Sekunden brauchst.[6] In diesem Fall bestätigt ein niedriger ALMI die Diagnose, also ein niedriger Wert für die fettfreie Masse deiner Arme und Beine im Verhältnis zur Körpergröße.[6] Weil das eine medizinische Fragestellung ist, kann sie den Scan rechtfertigen.[5]
Vielleicht, wenn du ernsthaft Kraft trainierst. Ein Scan nur zur Kontrolle des Trainingsfortschritts ist in Deutschland keine medizinische Indikation. Die Strahlenschutzkommission zählt das Beobachten des Muskelaufbaus bei Sport und Bodybuilding zur Lifestyle-Diagnostik und hält DXA-Untersuchungen ohne medizinische Indikation für unzulässig.[22] Sieht eine Ärztin eine medizinische Frage, etwa einen ungeklärten Gewichts- oder Kraftverlust, kann der Scan gerechtfertigt sein.[5] Dann reicht einmal im Jahr auf demselben Gerät unter denselben Bedingungen. Ohne diesen Anlass zeigen dir Trainingstagebuch, Maßband und Fotos den Trend.
Wann du dir das Geld sparen kannst. Bist du unter 50, hast keine Risikofaktoren und bist einfach neugierig, geben dir drei kostenlose Checks ein gutes erstes Bild:
- Der Griffkraft-Test prüft deine Muskelfunktion und sagt die Sterblichkeit gut voraus, obwohl er so einfach ist. In der PURE-Studie ging jedes Minus von 5 kg Griffkraft mit 16 Prozent höherem Sterberisiko einher.[16]
- Ein Maßband um die Taille, in der Mitte zwischen unterster Rippe und Oberkante des Beckenknochens, gibt dir einen Hinweis auf dein Bauchfett. Taillenumfang geteilt durch Körpergröße sollte unter 0,5 liegen.[17] Als Suchtest für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselrisiken schlägt dieses Verhältnis den Body-Mass-Index (BMI), der das Gewicht ins Verhältnis zur Größe setzt.[17]
- Ein Foto alle drei Monate im gleichen Licht zeigt dir den Trend über Monate.
Beunruhigt dich eines dieser Ergebnisse, nimm genau diese Frage mit zu deiner Ärztin. Sie entscheidet dann, ob und welcher der beiden Scans für dich sinnvoll ist.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein DEXA-Scan?
Zahlt die Krankenkasse den DEXA-Scan?
Zahlt die Krankenkasse die Knochendichtemessung ab 70?
Zahlen AOK, TK, Barmer, DAK oder HKK den DEXA-Scan?
Wo kann ich einen DEXA-Scan machen lassen (Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln)?
Ist die Strahlung beim DEXA-Scan gefährlich?
DEXA oder InBody: Was ist genauer?
Wie oft sollte ich einen DEXA-Scan machen?
Was ist ein guter Körperfettanteil im DEXA?
Was ist der Unterschied zwischen DEXA und DXA?
Wie bereite ich mich auf einen DEXA-Scan vor?
Brauche ich eine Überweisung für einen DEXA-Scan?
Kann ich unter 50 einen DEXA-Scan machen?
Quellen27
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Frag Leute, die den Scan schon gemacht haben
In den Chaptern von Longevity Cities in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln tauschen Mitglieder aus, wo sie gemessen haben, was es gekostet hat und ob das Auswertungsgespräch etwas taugte. Ehrlich, ohne Anbieterwerbung.
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Erstellt von Maurice Lichtenberg, Gründer, Longevity Cities
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