Weichmacher im Urin: Bei wenig Selen war das Denken schwächer
Einstufung Vorläufig — einmalige Messung bei 573 älteren US-Bürgern; weil alles gleichzeitig erfasst wurde, bleibt unklar, was Ursache und was Folge ist.
- Design
- Querschnittsstudie
- Teilnehmende
- 573
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Mehr DEHP-Abbauprodukte im Urin gingen bei älteren Menschen nur dann mit schwächerem Denken einher, wenn ihr Selenwert niedrig war.
Der Weichmacher DEHP ist ein Schadstoff, der in der Umwelt allgegenwärtig ist. Bei älteren Menschen in den USA hing er mit schwächeren Denkleistungen zusammen, aber nur bei wenig Selen im Blut. Selen ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Wer viel davon hatte, zeigte das umgekehrte Muster.
Die Forschenden werteten Daten von 573 Menschen ab 60 Jahren aus einer großen US-Gesundheitsbefragung aus. Alle wurden einmal untersucht. Im Urin maß das Team Abbauprodukte von DEHP, im Blut Selen und Schwermetalle wie Blei und Quecksilber. Dazu machten alle mehrere Denktests. Am deutlichsten war das Muster beim Abbauprodukt MEHP. Bei den Schwermetallen fand sich kein solcher Einfluss des Selens. Eine genetische Zusatzauswertung fand keinen Hinweis, dass Selen allein vor Alzheimer schützt.
Alles wurde zum selben Zeitpunkt gemessen. Ob Selen die Wirkung des Weichmachers wirklich abschwächt, lässt sich daraus nicht ablesen. Die Autoren warnen ausdrücklich davor, Selen wahllos einzunehmen, und fordern Studien, die Menschen über längere Zeit begleiten.
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