Länger leben, aber im gleichen Alterstempo
Einstufung Moderat — statistisches Modell mit nationalen Sterbedaten ab 80 Jahren aus zwölf Ländern; es beschreibt Bevölkerungsmuster und kann sehr kleine Änderungen des Alterstempos nicht ausschließen.
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- AXA Research Fund; European Research Council
Menschen leben heute länger, doch das Tempo, mit dem das Sterberisiko im hohen Alter ansteigt, blieb über die Jahrgänge gleich.
Die Lebenserwartung ist im vergangenen Jahrhundert stark gestiegen. Offen war, ob wir deshalb langsamer altern oder ob das Altern nur später einsetzt. Eine Auswertung von Sterbedaten aus zwölf Ländern passt zur zweiten Erklärung. Das Tempo des Alterns hat sich über die Geburtsjahrgänge nicht erkennbar verändert.
Altern heißt in der Bevölkerungsforschung: Mit jedem Lebensjahr steigt das Risiko zu sterben. Wie steil es ansteigt, gilt als Maß für das Alterstempo. Untersucht wurden Menschen ab 80 Jahren, getrennt nach Männern, Frauen und Jahrgängen. Ein statistisches Modell trennte ein Grundtempo, einen langfristigen Trend und kurzfristige Erschütterungen durch geschichtliche Ereignisse. Rechnete man diese Erschütterungen heraus, blieb kein Trend übrig. Gesunken ist dagegen das allgemeine Niveau des Sterberisikos von Jahrgang zu Jahrgang. Stärker schwankte das Tempo in Frankreich, Italien und Japan, die von den Weltkriegen schwer getroffen waren.
Kein nachweisbarer Trend heißt nicht, dass es sicher keinen gibt. Sehr kleine Veränderungen hätte das Modell nicht erkannt, je nach Land unter etwa 0,8 bis 2,7 Prozent pro Jahrgang. Mit einem jüngeren Startalter kam die Analyse aber zum gleichen Ergebnis.
Haftungsausschluss: Forschungszusammenfassungen dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Gesundheitsroutine vornimmst.
