Rauchen wog schwerer als die Gene für ein langes Leben
Einstufung Moderat — große Langzeitbeobachtung mit 5.575 Erwachsenen über im Schnitt 17,5 Jahre; sie kann Zusammenhänge zeigen, aber keine Ursachen belegen, und die Daten stammen nur aus Finnland.
- Design
- Prospektive Kohortenstudie
- Teilnehmende
- 5.575
- Dauer
- 17,5 Jahre
- Finanzierung
- Research Council of Finland; EU FP7-HEALTH programme
In dieser finnischen Langzeitstudie war starkes Rauchen ein stärkerer Hinweis auf frühen Tod als die erbliche Veranlagung für ein langes Leben.
Manche Menschen tragen eine erbliche Veranlagung für ein längeres Leben. In einer finnischen Langzeitstudie war dieser Vorteil messbar, aber klein. Wer mindestens 20 Zigaretten am Tag rauchte, hatte im Beobachtungszeitraum ein mehr als dreimal so hohes Sterberisiko wie Nichtrauchende. Das genetische Plus fiel dagegen deutlich bescheidener aus.
Für die Auswertung begleiteten Forschende 5.575 Erwachsene aus einem finnischen Zwillingsregister, im Schnitt 57 Jahre alt, über rund 17,5 Jahre. In dieser Zeit starben 1.405 von ihnen, also gut jeder Vierte. Aus vielen kleinen Genvarianten berechneten die Forschenden für jede Person ein genetisches Lebenserwartungsprofil. Ein höherer Wert ging mit einem um etwa 14 Prozent niedrigeren Sterberisiko einher. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, auch wenn Bewegung, Gewicht, Alkohol, Rauchen und Bildung herausgerechnet wurden.
Am meisten verbesserte das Rauchverhalten die Vorhersage, wer starb. Die Gene trugen dazu nur wenig bei. Auch Frauen hatten ein deutlich niedrigeres Sterberisiko als Männer. Die Studie beobachtet Zusammenhänge, sie prüft keine Maßnahme. Sie zeigt aber, dass das erbliche Lebensdauer-Profil in dieser Gruppe ein schwächerer Hinweis auf frühen Tod war als der Griff zur Zigarette.
Offenlegung von Interessenkonflikten: Die Autorinnen und Autoren geben an, keine Interessenkonflikte zu haben.
Haftungsausschluss: Forschungszusammenfassungen dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Gesundheitsroutine vornimmst.
