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Longevity-Klinik: Was sie kostet und was du wirklich brauchst

Longevity-Medizin in Deutschland, Österreich und der Schweiz: was die Pakete enthalten, was die Evidenz trägt und wie du die Kernmarker für einen Bruchteil des Preises bekommst.

Aktualisiert am 17 Min. Lesezeit31 Quellen

Kurz erklärt

Eine Longevity-Klinik kostet in Deutschland grob 1.500 bis 5.000 € für einen einmaligen Check-up und 5.000 bis 20.000 € oder mehr im Jahr für eine Mitgliedschaft (Schätzung der Redaktion, Stand: Oktober 2026). Ein längeres Leben ist für dieses Geld nicht belegt: Kein Klinikprogramm hat das bisher in einer Studie gezeigt, und allgemeine Gesundheitschecks senkten in randomisierten Studien die Sterblichkeit nicht.[2] Die gesetzliche Kasse zahlt solche Pakete und Tests ohne medizinischen Grund nicht, ihr kostenloser Check-up 35 beim Hausarzt misst aber Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker.[8] Gut belegt ist, dass niedrige Fitness, geringe Handkraft, hoher Blutdruck, Rauchen und hohe Blutfettwerte wie ApoB und Lp(a) mit früherem Tod oder Herzkrankheit zusammenhängen [3–7]. Den Kern dieser Messwerte stellst du nach unserer Rechnung für rund 180 bis 450 € selbst zusammen.

Diese Inhalte dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Ernährung, deinem Trainingsprogramm oder deiner Nahrungsergänzung vornimmst.

Was ist eine Longevity-Klinik und was macht sie?

Eine Longevity-Klinik ist eine Privatpraxis oder ein privates Zentrum für gesunde Menschen ohne akute Beschwerden. Sie misst dich gründlich durch, um Risiken früh zu sehen, und baut aus den Ergebnissen ein Programm aus Training, Ernährung, Schlaf, oft Supplements und manchmal Medikamenten. Das Fach dahinter ist jung: Ein Fachkommentar beschrieb Longevity-Medizin 2021 als Prävention, die auf der Biologie des Alterns aufsetzt, und forderte, Ärztinnen und Ärzte dafür auszubilden.[1]

Mit diesem Blick auf Risiken unterscheidet sich Longevity-Medizin, so wie wir die Begriffe verwenden, vom älteren Anti-Aging. Anti-Aging zielte historisch auf Aussehen und Symptome wie Haut, Hormone und Wohlbefinden, Longevity-Medizin auf messbare Risikofaktoren für Krankheit und Tod. Eine gute Longevity-Klinik redet deshalb über Blutfettwerte wie ApoB und über deine Ausdauer (VO2max), eine Anti-Aging-Praxis eher über Falten und Energie.

Am Namen erkennst du diesen Unterschied allerdings nicht, denn „Longevity“ ist kein geschützter Begriff und keine ärztliche Qualifikation. Jede Praxis darf ihn verwenden, egal wer dort arbeitet, und eine eigene Facharzt- oder Zusatzbezeichnung kennt die Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer bis heute nicht.[11] Wer sich Longevity-Arzt nennt, hat sein Handwerk also in einem anderen Fach gelernt, und welches das ist, sagt dir mehr als das Schild an der Tür. Strenger ist das Recht beim Wort „Klinik“: Das Oberlandesgericht Hamm hat schon die Bezeichnung „Praxisklinik“ als irreführend gewertet, wenn eine Praxis Patienten nicht über Nacht aufnehmen kann.[25]

Was eine Praxis wirklich bietet, siehst du deshalb erst am Programm. In einem typischen Paket stecken diese Bausteine, und jeder hat seinen eigenen Preis:

  • Erweitertes Laborprofil mit oft Dutzenden Werten, darunter ApoB (ein Maß für die Zahl der Cholesterin-Partikel, die Gefäße verstopfen können), Lp(a) (ein großteils vererbtes Cholesterin-Partikel), HbA1c (der Blutzucker im Schnitt der letzten drei Monate) und hs-CRP (ein Marker für stille Entzündung), dazu Nüchterninsulin, Schilddrüse, Sexualhormone und Vitamine
  • Körperzusammensetzung per DEXA, einer Röntgenmessung mit niedriger Dosis, die Fettmasse, fettfreie Weichteilmasse (eine Näherung für die Muskelmasse) und Knochendichte schätzt
  • VO2max per Spiroergometrie: deine Ausdauerleistung, gemessen unter Belastung mit Atemmaske
  • Blutdruck und Ruhe-EKG, oft ein Ultraschall der Halsschlagadern; die letzten beiden bewertet der IGeL-Monitor, der Selbstzahlerleistungen unabhängig prüft, als Früherkennung bei Menschen ohne Beschwerden mit „tendenziell negativ“.[13, 14]
  • CGM: ein Glukosesensor am Arm für etwa zwei Wochen
  • Epigenetischer Alterstest aus Blut oder Speichel, der dein biologisches Alter aus chemischen Markierungen an der DNA schätzt
  • In teureren Paketen: Ganzkörper-MRT, Koronar-CT, Gentests, Mikrobiom
  • Danach: Arztgespräch, schriftlicher Plan, Coaching, häufig Supplements aus dem eigenen Sortiment, bei Jahresmitgliedschaften Folgetermine und Wiederholungsmessungen

Für die Röntgen- und Gentests unter diesen Bausteinen gelten eigene Regeln. DEXA und Koronar-CT arbeiten mit Röntgenstrahlen. Nach dem Strahlenschutzgesetz muss deshalb eine Ärztin mit Fachkunde im Strahlenschutz vorher feststellen, dass die Untersuchung bei dir gerechtfertigt ist, auch wenn du selbst zahlst[17] Bei DEXA reicht es dafür nicht, nur Körperfett oder Trainingserfolg kontrollieren zu wollen.[31] Vorhersagende Gentests dürfen in Deutschland nur Ärztinnen und Ärzte mit passender Qualifikation veranlassen, mit genetischer Beratung vor dem Test und nach dem Ergebnis.[28] Auf diese Beratung kannst du nur schriftlich verzichten, nachdem du schriftlich über ihre Inhalte informiert wurdest.[28]

Ein Ganzkörper-MRT findet bei Gesunden oft harmlose Auffälligkeiten, die weitere Untersuchungen nach sich ziehen; wann es trotzdem sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber zum Ganzkörper-MRT. Abgesehen von solchen Spezialtests ist an dem Paket wenig exotisch. Einen Teil davon deckt der kostenlose Check-up 35 ab,[8] das meiste andere bekommst du als Selbstzahler beim Hausarzt oder im Labor. Der eigentliche Wert einer Klinik liegt deshalb in der Zusammenschau der Werte und dem Plan danach.

Was kostet eine Longevity-Klinik 2026? Pakete, Mitgliedschaften und Einzeltests

Rechne nach unserer Schätzung mit grob 1.500 bis 5.000 € für einen einmaligen Longevity-Check-up und 5.000 bis 20.000 € oder mehr pro Jahr für eine Mitgliedschaft. Die Spanne ist breit, weil es kein festes Produkt gibt: Jeder Anbieter schnürt sein eigenes Paket. Den Preis treibt vor allem, ob ein Ganzkörper-MRT, Gentests oder eine Liquid Biopsy (ein Bluttest auf Spuren von Tumor-DNA) dabei sind.

Abgerechnet wird privat nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die keine eigene Ziffer für Longevity kennt. Jeder Test hat dort seine eigene Ziffer mit einer Grundgebühr, die die Ärztin mit einem Faktor steigert. Auch wenn eine Klinik mit einem Paketpreis wirbt, muss die Rechnung jede Leistung mit GOÄ-Ziffer, Betrag und Steigerungssatz ausweisen.[10] Ein höheres Honorar braucht eine schriftliche Vereinbarung vor der Behandlung.[10]

Die Tabelle zeigt typische Preise für Pakete und Einzeltests und in der letzten Spalte, wann die gesetzliche Kasse einspringt. Die Spannen sind eine Schätzung der Redaktion aus veröffentlichten Anbieterpreisen (Stand: Oktober 2026) und keine Erhebung, lass dir also vorab ein schriftliches, aufgeschlüsseltes Angebot geben:

Angebot Typische Spanne, je nach Anbieter Zahlt die gesetzliche Kasse?
Einmaliger Longevity-Check-up (Blut, DEXA, VO2max, Gespräch) 1.500 bis 5.000 € Nein
Check-up mit Ganzkörper-MRT, Gentests oder Liquid Biopsy 5.000 bis 20.000 € Nein
Jahresmitgliedschaft mit Folgeterminen 5.000 bis 20.000 € und mehr Nein
Woche mit Aufenthalt (Schweiz) Beispiele 2025: 48.250 Franken (Montreux), ab 117.300 Franken (Küsnacht).[12] entfällt (Schweiz)
Erstgespräch in einer Longevity-Praxis 200 bis 500 € Nein
Erweitertes Laborprofil einzeln 150 bis 450 € Ohne Indikation nein (IGeL, also Selbstzahlerleistung)
Spiroergometrie (VO2max) 80 bis 250 € Nur mit medizinischer Indikation (Herz oder Lunge)[18]; als Fitnesstest Selbstzahlerleistung
DEXA, Körperzusammensetzung 50 bis 200 € Nein
Epigenetischer Alterstest 100 bis 500 € Nein
Ganzkörper-MRT 800 bis 2.000 € Nein, als Routine-Screening
Check-up 35 beim Hausarzt 0 € Ja, ab 35 alle drei Jahre[8]

Quelle: Preise geschätzt von der Redaktion, Stand: Oktober 2026; Schweiz nach swissinfo[12]; Kassenregeln nach G-BA[8, 18]

Zwischen Paket, Mitgliedschaft und Einzeltests entscheidet vor allem, wie oft du messen willst. Bei mehreren Besuchen im Jahr kann eine Mitgliedschaft günstiger sein als einzeln gebuchte Termine, für eine einmalige Standortbestimmung sind Einzeltests dagegen fast immer die günstigere Wahl.

Was die gesetzliche Kasse übernimmt

Das Longevity-Paket selbst zahlt die gesetzliche Kasse nicht, und einzelne Tests übernimmt sie nur, wenn es einen medizinischen Grund gibt. Wie sich Kasse und Selbstzahler im Detail aufteilen, zeigt der Selbstzahler-Ratgeber. Bei DEXA lohnt ein genauer Blick, denn hinter dem Wort stecken zwei Leistungen: Die Messung der Körperzusammensetzung zahlst du selbst. Eine Knochendichtemessung per DXA zahlt die Kasse dagegen, wenn konkrete Befunde eine medikamentöse Osteoporose-Therapie nahelegen, etwa ein Wirbel- oder Hüftbruch ohne passenden Unfall.[16]

Für eine sportmedizinische Untersuchung zahlen manche Kassen einen Zuschuss. Die mkk etwa nennt für die Untersuchung mit Belastungs-EKG Kosten von etwa 100 bis 150 € und gibt ihren Versicherten dafür alle zwei Jahre 80 € dazu.[19] Mit medizinisch begründeten Zusatzleistungen wie einer Spiroergometrie steigen die Kosten auf 150 bis 200 € und der Zuschuss auf bis zu 150 €.[19] Bei privaten Versicherungen hängt die Erstattung einzelner Positionen vom Tarif ab, frag also vorher nach.

Wo das Paket dieselben Werte misst wie die gesetzliche Vorsorge, bekommst du sie über den Check-up 35 kostenlos. Ab 35 gehören alle drei Jahre Anamnese (das Gespräch über deine Vorgeschichte), Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und ein Urintest dazu. So legt es die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) fest, der über die Leistungen der gesetzlichen Kassen entscheidet. Zwischen 18 und 35 gibt es den Check einmal, ohne Urintest und mit Blutwerten nur bei Risikofaktoren.[8]

Diese Regeln gelten im Oktober 2026. Am 15. Oktober 2026 hat der G-BA allerdings eine Überprüfung des Check-ups eingeleitet, unter anderem zu Altersgrenzen, Häufigkeit, Inhalten und einer möglichen Konzentration auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frag deshalb in der Praxis nach, was gerade dazugehört.[8]

Preise in der Schweiz

In der Schweiz ist es teurer als in Deutschland. Ein swissinfo-Bericht vom April 2025 nennt Beispiele aus Zürich: Eine neu eröffnete Klinik verlangte für einen Check-up ab 1.850 Franken und für ihren größten Check-up 14.500 Franken.[12] Eine Zürcher Tagesklinik bot eine diagnostische Gesamtabklärung für rund 3.000 Franken an, und ein Patient zahlte dort 2024 nach eigener Aussage 5.000 Franken für ein 12-Monats-Programm.[12] Deutlich teurer sind Wochen mit Aufenthalt wie die Beispiele aus Montreux und Küsnacht in der Tabelle oben.[12]

Das sind Preise einzelner Anbieter aus 2025, keine Marktdurchschnitte. Prüf deshalb die aktuellen Preislisten und frag vor der Buchung bei deiner Krankenversicherung nach, ob sie einen Teil übernimmt.

Was ist belegt und was nicht?

Bisher hat keine Studie gezeigt, dass ein Longevity-Klinik-Programm Menschen länger leben lässt. Die Programme sind zu neu und zu unterschiedlich, um das schon messen zu können. Wer dir ein längeres Leben verspricht, verspricht also mehr, als die Forschung hergibt.

Selbst die Idee des großen Check-ups hat ein Problem. Eine Cochrane-Übersicht, also eine sorgfältige Auswertung aller passenden Studien, fasste randomisierte Studien mit rund 250.000 Teilnehmenden zusammen. In diesen Studien entschied das Los, wer zu einem allgemeinen Gesundheitscheck eingeladen wurde. Die Checks änderten die Gesamt- und Krebssterblichkeit kaum oder gar nicht und die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit wahrscheinlich auch nicht.[2] Zwar sind die Studien älter und die Checks darin einfacher als ein heutiges Longevity-Paket, trotzdem sind sie die beste Evidenz zu breiten Check-up-Paketen für gesunde Erwachsene. Gezieltes Screening auf eine einzelne Krankheit ist dagegen eine andere Frage.

Gut belegt ist dagegen, dass einige Messwerte im Paket etwas über dein Risiko aussagen. Die Belege sind allerdings verschieden stark: Bei LDL, ApoB und Lp(a) gilt der Zusammenhang mit Herzkrankheit als ursächlich. Bei Fitness und Handkraft stammt er aus Beobachtungsstudien (man hat Menschen über Jahre begleitet, aber nichts ausprobiert).

  • Fitness (VO2max): Bei Patientinnen und Patienten, die an eine US-Uniklinik zum Laufbandtest überwiesen wurden, schätzten Forschende die Fitness aus der Laufbandleistung. Geringere Fitness ging dort mit einem Anstieg der Sterblichkeit einher, der so groß war wie bei Rauchen oder Diabetes oder größer, und eine Fitnessstufe, ab der der Vorteil endete, fand die Studie nicht.[3] Wie viel ein Fitnessgewinn dir persönlich bringt, zeigt sie allerdings nicht.
  • Handkraft: In der internationalen PURE-Studie ging jedes Minus von 5 kg Handkraft mit einem um etwa 16 Prozent höheren Sterberisiko einher. Ob mehr Kraft das Risiko senkt, müssen weitere Studien erst zeigen.[4]
  • ApoB und LDL: Die europäische Leitlinie zu Blutfetten stuft LDL-Cholesterin als Ursache von Arteriosklerose ein, also von Ablagerungen in den Gefäßwänden. ApoB nennt sie das bessere Maß für die Zahl der schädlichen Partikel.[5]
  • Lp(a): Der Wert ist großteils vererbt, und ein hoher Wert erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko auch bei niedrigem LDL. Europäische Fachleute empfehlen, ihn mindestens einmal im Erwachsenenalter zu messen.[6]
  • Blutdruck, Rauchen und Cholesterin: Aus diesen Werten, dazu Alter und Geschlecht, schätzt die europäische Präventionsleitlinie dein 10-Jahres-Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für Bewegung, Ernährung und Gewicht setzt sie eigene Ziele.[7]

Ein fairer Verkaufsgrund für eine Klinik wäre deshalb, dich schneller und konsequenter zu den Maßnahmen mit guter Evidenz zu bringen. Ob dir das mehrere tausend Euro wert ist, hängt davon ab, ob du es ohne Klinik auch schaffst.

Die Kernmarker für ein Zehntel: die Selbstbau-Variante

Ohne Klinik stellst du die wichtigsten Messwerte eines Longevity-Check-ups nach unserer Rechnung für rund 180 bis 450 € selbst zusammen (Stand: Oktober 2026). Die Tabelle zeigt, woher du welchen Baustein bekommst und was er kostet:

Baustein Woher Kosten
Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Urin, Anamnese Check-up 35 beim Hausarzt.[8] (unter 35: einmal, ohne Urintest, Blutwerte nur bei Risikofaktoren) 0 €
ApoB, Lp(a), hs-CRP, HbA1c, Ferritin Hausarzt als Selbstzahlerleistung oder Labor als Selbstzahler etwa 100 bis 200 € (unsere Schätzung inkl. Blutabnahme und Arzthonorar)
VO2max per Spiroergometrie Sportmedizinische Praxis 80 bis 250 €
VO2max-Schätzung vorab VO2max-Rechner 0 €
Handkraft Handkraft-Rechner mit Dynamometer (30 bis 40 € einmalig) 0 bis 40 €
Insulinresistenz, nur bei konkreter Frage HOMA-IR-Rechner, wenn deine Ärztin Nüchterninsulin misst[29] 0 €
Biologisches Alter, Schätzung Longevity-Test und Gesichtsalter-Test 0 €
DEXA, nur wenn eine Ärztin sie medizinisch für gerechtfertigt hält Radiologie 50 bis 200 €

Summe: rund 180 bis 450 € für Blut, Check-up und VO2max, mit Dynamometer und einer ärztlich gerechtfertigten DEXA etwa 230 bis 690 € (unsere Rechnung aus den Spannen oben). Ein typisches Klinikpaket kostet 1.500 bis 5.000 €, du landest also bei etwa einem Zehntel.

Die Laborwerte sind dabei der kleinste Posten. Ein Berliner Labor verlangt von Selbstzahlern für ApoB 11,66 € und für Lp(a) 17,49 €, dazu 4,20 € für die Blutabnahme[20] Über die Hausarztpraxis wird es teurer, weil Beratung und Abrechnung dazukommen. Beim HbA1c lohnt ein Blick auf die Bewertung: Der IGeL-Monitor stuft ihn als Früherkennungstest mit „unklar“ ein, und der Check-up 35 misst den Nüchternblutzucker ohnehin.[22, 8]

Andere Werte aus dem Klinikpaket fehlen in der Tabelle mit Absicht, zum Beispiel Nüchterninsulin. Von routinemäßigen Insulintests raten zwei US-Fachgesellschaften für Diabetes und Labormedizin bei Menschen mit Risiko für Diabetes oder Herzkrankheit ab.[29] Miss den Wert deshalb nur mit einer konkreten Frage und in Absprache mit deiner Ärztin. Auch Vitamin D gehört nur mit Anlass ins Labor, also bei Beschwerden, einer Erkrankung oder einem Risiko. Der IGeL-Monitor bewertet das Screening bei Erwachsenen ohne Beschwerden mit „unklar“, und die Fachgesellschaft Endocrine Society rät von Routinetests ab.[21, 23] Als Selbstzahlerleistung kostet der Test laut IGeL-Monitor 27 bis 33 €.[21]

Ebenfalls nicht in der Tabelle steht der epigenetische Alterstest, der dich 100 bis 500 € extra kosten würde. Ob du ihn brauchst, besprechen der Ratgeber zu epigenetischen Tests und der Ratgeber zum biologischen Alterstest ausführlich. Nach unserer Einschätzung ist er nett zu wissen, aber selten ein Grund, etwas anders zu machen als mit den Werten oben.

Was dir in dieser Variante fehlt, ist die Zusammenschau. Deine Hausärztin kann die Werte einordnen, wenn du mit einer konkreten Frage kommst: Wie hoch ist mein Herz-Kreislauf-Risiko, was folgt aus meinem ApoB, und was jetzt, wenn mein Lp(a) hoch ist? Der ApoB- und Lp(a)-Ratgeber hilft dir, diese Frage zu formulieren. Reicht dir das nicht, buch ein einzelnes Erstgespräch in einer Longevity-Praxis und bring deine Werte mit. Mit 200 bis 500 € liegt es immer noch weit unter einem Paketpreis.

Woran du einen seriösen Anbieter erkennst

Weil „Longevity“ kein geschützter Begriff ist, musst du einen Anbieter selbst prüfen. Diese acht Punkte helfen dir, ernsthafte Longevity-Medizin von einem teuren Supplement-Shop mit Blutabnahme zu unterscheiden:

1. Ärztliche Leitung mit Facharzttitel. Passend ist eine Fachärztin für Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Kardiologie oder Endokrinologie. Sportmedizin und Ernährungsmedizin sind Zusatz-Weiterbildungen mit Prüfung, Präventiv- und Longevity-Medizin sind es nicht.[11] Verbindlich ist dabei die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer, für die die Muster-Ordnung nur eine Vorlage ist. Ein Heilpraktiker ist kein Arzt, auch wenn die Website nach Longevity-Medizin klingt; den Unterschied erklärt der Heilpraktiker-Ratgeber.

2. Die Marker mit Evidenz stehen im Zentrum. Dazu gehören ApoB, Lp(a), Blutdruck, VO2max und Kraft. Wirbt ein Anbieter stattdessen vor allem mit Mikrobiom-Panels, Schwermetall-Screenings und 200 Parametern, frag, welche Entscheidung sich aus jedem zusätzlichen Test ergeben würde.

3. Keine Supplements als Geschäftsmodell. Empfehlungen sind in Ordnung, wenn ein Mangel gemessen wurde. Verkauft die Klinik dagegen ein Monatsabo aus dem eigenen Shop, das im Programm schon eingepreist ist, verdient sie an ihrer eigenen Empfehlung mit, und das ist ein Interessenkonflikt.

4. Keine unbelegten Therapien als Kernangebot. Für NAD+-Infusionen, Stammzellen, Ozon, Blutwäsche und Vitamin-Infusionen ohne Mangel ist nicht belegt, dass sie das Altern bremsen. Stehen sie im Zentrum des Programms, such dir einen anderen Anbieter. Bei Stammzell- und anderen Zelltherapien kommt das Arzneimittelrecht dazu. Zellprodukte, die in der EU als Arzneimittel für neuartige Therapien gelten, dürfen nur als zugelassenes Arzneimittel, in einer genehmigten klinischen Studie oder mit einer engen Ausnahmegenehmigung für Krankenhäuser gegeben werden.[24] Die europäische Arzneimittelbehörde EMA warnt vor ernsten Gesundheitsrisiken durch unregulierte Zellprodukte.[24] Frag nach der Zulassung; gibt es keine, lass die Behandlung aus.

5. Transparente Preise vor dem Termin. Lass dir vor der Buchung ein schriftliches, nach GOÄ-Ziffern aufgeschlüsseltes Angebot geben. Weiß der Anbieter, dass deine Versicherung die Kosten nicht voll übernimmt, muss er dich vor der Behandlung in Textform über die voraussichtlichen Kosten informieren.[30] Die Rechnung muss danach jede Leistung einzeln ausweisen.[10] Will ein Anbieter erst im Termin über Geld reden, frag vorher schriftlich nach den Kosten.

6. Befunde mit Referenzbereichen und Konsequenz. Ein guter Bericht zeigt dir jeden Wert neben seinem Referenzbereich, also dem üblichen Bereich bei Gesunden. Ist dein Lp(a) hoch, erklärt er auch, was das für dich heißt und was daraus folgt, denn ein Test ohne Konsequenz kostet Geld und bringt dir vor allem Sorgen.

7. Du bekommst alle Befunde, und die Klinik bietet an, sie an deine Hausärztin zu schicken. Dafür braucht sie deine Zustimmung.[26] Gibt ein Anbieter deine eigenen Werte nicht heraus und will jede Kontrolle selbst machen, wird es für dich schwer, später zu wechseln oder deine Hausärztin einzubinden.

8. Rezeptpflichtige Medikamente nur mit medizinischem Grund. Testosteron, GLP-1-Medikamente wie Semaglutid oder Tirzepatid, Metformin und Rapamycin (Sirolimus) sind in Deutschland verschreibungspflichtig.[27] Keines ist zugelassen, um das Altern zu bremsen, und sie Gesunden für Longevity zu verschreiben, liegt außerhalb der Zulassung. Ein seriöser Anbieter verschreibt sie nur mit dokumentierter medizinischer Begründung, mit Ausgangswerten und Kontrollen. Peptide wie BPC-157 oder TB-500 vom Graumarkt sind ein eigenes Problem. Was für die einzelnen Mittel gilt, erklären unsere Ratgeber zu Rapamycin, GLP-1-Medikamenten, Hormontherapie und Peptiden.

Einzelne Bausteine kannst du zusätzlich im IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes nachschlagen, der Selbstzahlerleistungen unabhängig bewertet.[9] Keine der Therapien aus Punkt 4 hat er als Anti-Aging-Behandlung bewertet, und keine hat dort eine Bewertung mit Nutzen. Auch zwei klassische Paketbausteine schneiden schwach ab: Ultraschall der Halsschlagadern und Ruhe-EKG bei Menschen ohne Beschwerden bewertet er mit „tendenziell negativ“.[13, 14]

Als Gegencheck zum Schluss frag, was der Anbieter nicht anbietet und warum. Antwortet er nur mit „alles ist möglich“, hat er für dich noch nichts ausgewählt. Ein seriöser Anbieter sagt dagegen etwa: „Ein Ganzkörper-MRT machen wir bei deinem Risiko nicht, weil die falsch-positiven Befunde mehr schaden als nutzen.“

Longevity-Klinik und Longevity-Arzt in deiner Stadt: Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Zürich, Wien

Wie du in deiner Stadt an einen Longevity-Check kommst, hängt vom Angebot vor Ort ab, von spezialisierten Zentren bis zu Praxen für Einzeltests. Die Beschreibungen unten sind unser Eindruck vom Markt und keine Erhebung, und einzelne Kliniken empfehlen wir bewusst nicht. Ob es in deiner Stadt einen Longevity-Arzt gibt, beantworten die verlinkten Stadtseiten in ihren FAQ.

Berlin hat nach unserem Eindruck die meisten spezialisierten Longevity-Zentren in Deutschland. Dazu kommen Privatpraxen für Innere Medizin und Sportmedizin, die ähnliche Check-ups ohne das Label anbieten.

München hat viele sportmedizinische und kardiologische Privatpraxen, die Spiroergometrie, DEXA und Laborprofile einzeln anbieten, sodass der Weg über Einzeltests hier einfach ist.

Hamburg hat einige Praxen mit Longevity-Fokus und viele Privatpraxen, die Check-up-Pakete anbieten.

Frankfurt hat eine lange Tradition von Executive-Check-ups in Privatkliniken, also ausführlichen Gesundheitschecks für Führungskräfte. Sie laufen oft noch unter diesem Namen, enthalten aber ähnliche Bausteine wie ein Longevity-Paket.

Köln und das Rheinland haben viele sportmedizinische Praxen und Radiologien, die DEXA und Spiroergometrie als Selbstzahlerleistung anbieten. Dazu kommen erste spezialisierte Longevity-Praxen in Köln und Düsseldorf.

Zürich ist neben der Genferseeregion das Schweizer Zentrum, und swissinfo zählte 2025 gut 20 Schweizer Privatkliniken, die Longevity-Tests anbieten.[12] Eine Zürcher Klinik verlangte damals für einen Check-up ab 1.850 Franken, und ein Patient zahlte nach eigener Aussage 5.000 Franken für ein 12-Monats-Programm.[12]

Wien und die österreichischen Alpen bieten Longevity-Praxen in der Stadt und Gesundheits-Retreats mit Aufenthalt in den Bergen. Longevity-Pakete zahlst du auch dort selbst, die öffentliche Basis ist aber breiter als in Deutschland. Alle mit Wohnsitz in Österreich können ab 18 einmal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung.[15]

Wohnst du in einer Stadt, die hier nicht steht, deckt die Kombination aus Hausarztpraxis, sportmedizinischer Praxis und einem Labor den Kern in den meisten größeren Städten ab.

Wann lohnt sich eine Longevity-Klinik wirklich?

Eine Longevity-Klinik lohnt sich, wenn du weißt, dass du die gut belegten Dinge ohne feste Struktur nicht umsetzt, und das Geld dich nicht schmerzt. Für alle anderen ist die Selbstbau-Variante die bessere Wette.

Es kann sich lohnen, wenn:

  • du ein konkretes Risiko hast (familiäre Herzerkrankung, hohes Lp(a), Prädiabetes) und eine strukturierte Begleitung mit Wiederholungsmessungen willst
  • du weißt, dass du Dinge nur mit Termin und Rechenschaft durchziehst
  • du alles aus einer Hand willst und der Preis für dich keine Rolle spielt
  • du den Check-up 35 und die Selbstbau-Marker schon hast und jetzt die ärztliche Einordnung suchst

Es lohnt sich nicht, wenn:

  • du erwartest, dass das Programm dein Leben verlängert. Kein Klinikprogramm hat das gezeigt, und allgemeine Gesundheitschecks senkten die Sterblichkeit in Studien nicht[2]
  • das Kernangebot aus Infusionen, Stammzellen, Supplements oder Medikamenten ohne medizinischen Grund besteht
  • du den kostenlosen Check-up 35 noch nie gemacht hast. Fang dort an
  • du nur einmal wissen willst, wo du stehst. Dafür reichen Einzeltests

Entscheidest du dich für eine Klinik, nimm alle Werte mit nach Hause und lass sie mit deiner Zustimmung an deine Hausärztin schicken. Miss danach die günstigen Marker wie Blutdruck, ApoB und Handkraft selbst weiter, damit dein Plan auch ohne Mitgliedschaft weiterläuft.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Longevity-Klinik in Deutschland?

Nach unserer Schätzung aus veröffentlichten Anbieterpreisen (Stand: Oktober 2026) kostet ein einmaliger Check-up mit Laborwerten, DEXA, VO2max und Arztgespräch grob 1.500 bis 5.000 €, mit Ganzkörper-MRT, Gentests oder Liquid Biopsy 5.000 bis 20.000 €. Eine Mitgliedschaft mit Folgeterminen kostet 5.000 bis 20.000 € oder mehr pro Jahr. Einzeltests sind deutlich günstiger, etwa eine Spiroergometrie für 80 bis 250 €, DEXA für 50 bis 200 € oder ein epigenetischer Alterstest für 100 bis 500 €. Abgerechnet wird nach GOÄ, und die Rechnung muss jede Leistung einzeln ausweisen.[10]

Warum kostet ein Longevity-Check-up so viel mehr als der Check-up 35?

Ein Longevity-Check-up misst viel mehr und enthält viel mehr Arztzeit als der Check-up 35. Der Check-up 35 ist ein kurzer Hausarzttermin alle drei Jahre mit Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Urintest, bezahlt von der gesetzlichen Kasse.[8] Ein Klinikpaket ergänzt oft Dutzende Laborwerte, DEXA, Spiroergometrie und manchmal ein MRT, privat abgerechnet nach GOÄ mit Steigerungsfaktor.[10] Mehr Daten heißt aber nicht mehr Nutzen: Allgemeine Gesundheitschecks änderten die Sterblichkeit in randomisierten Studien kaum oder gar nicht.[2]

Zahlt die Krankenkasse einen Longevity-Check-up?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt ein Longevity-Paket nicht. Sie zahlt ab 35 alle drei Jahre den Check-up beim Hausarzt mit Anamnese, körperlicher Untersuchung, Blutdruck, Cholesterin, Nüchternblutzucker, Urintest und einmalig einem Screening auf Hepatitis B und C. Zwischen 18 und 35 gibt es den Check einmal, Blutwerte nur bei Risikofaktoren wie familiärer Vorbelastung, Übergewicht oder Bluthochdruck.[8] Einzelne Tests wie Spiroergometrie oder eine Knochendichtemessung zahlt sie nur mit medizinischer Indikation.[16, 18] ApoB, Lp(a), DEXA oder ein VO2max-Test als Vorsorge sind also Selbstzahlerleistungen, wobei manche Kassen eine sportmedizinische Untersuchung bezuschussen, eine Kasse etwa mit 80 € alle zwei Jahre.[19] Das ist der Stand im Oktober 2026; weil der G-BA den Check-up seit dem 15. Oktober 2026 überprüft, frag in der Praxis nach, was gerade dazugehört.[8]

Lohnt sich eine Longevity-Klinik?

Eine Longevity-Klinik lohnt sich nur in manchen Fällen. Kein Klinikprogramm hat bisher gezeigt, dass es das Leben verlängert, und allgemeine Gesundheitschecks änderten in einer Cochrane-Übersicht die Sterblichkeit kaum oder gar nicht.[2] Einige Marker im Paket sagen dagegen gut belegt etwas über dein Risiko aus, etwa Fitness,[3] Handkraft,[4] ApoB,[5] Lp(a)[6] und Blutdruck.[7] Eine Klinik lohnt sich, wenn du ein konkretes Risiko hast und Begleitung brauchst; willst du nur wissen, wo du stehst, reichen Einzeltests für rund 180 bis 450 €.

Gibt es Longevity-Ärzte in Berlin, München oder Hamburg?

Ja, nach unserem Eindruck gibt es in allen drei Städten spezialisierte Longevity-Praxen und Zentren, in Berlin die meisten. Dazu kommen Privatpraxen für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin, die ähnliche Tests ohne das Label anbieten. Ein Verzeichnis führen wir bewusst nicht; die Stadtseiten für [Berlin](/de/city/berlin), [München](/de/city/munich) und [Hamburg](/de/city/hamburg) beantworten die Frage in ihren FAQ und zeigen dir die lokale Community.

Was ist der Unterschied zwischen Longevity-Medizin und Anti-Aging?

So wie wir die Begriffe verwenden, zielte Anti-Aging historisch auf Aussehen und Symptome wie Haut, Hormone und Energie, Longevity-Medizin dagegen auf messbare Risikofaktoren für Krankheit und Tod. Bischof und Kollegen beschreiben Longevity-Medizin als Prävention auf Basis der Alternsbiologie.[1] Praktisch erkennst du den Unterschied am Programm: ApoB, Lp(a), VO2max und Kraft gehören zur Longevity-Medizin, Faltenbehandlung, Hormon-Cocktails und Infusionen eher zum Anti-Aging, auch wenn das Schild etwas anderes sagt.

Brauche ich einen Longevity-Arzt oder reicht der Hausarzt?

Für die meisten reicht die Hausärztin plus ein paar Selbstzahler-Marker. Der Check-up 35 ist kostenlos,[8] und ApoB, Lp(a), hs-CRP und HbA1c sind im Labor günstig: Ein Berliner Labor verlangt für ApoB 11,66 € und für Lp(a) 17,49 €,[20] über die Hausarztpraxis mit Blutabnahme und Beratung wird es mehr. Ein Longevity-Arzt lohnt sich, wenn du ein spezielles Risiko hast, eine strukturierte Begleitung willst oder die Zusammenschau suchst, die ein kurzer Kassentermin nicht hergibt.

Was kostet ein Longevity-Arzt?

Ein Erstgespräch in einer Longevity-Praxis kostet nach unserer Schätzung grob 200 bis 500 € (Stand: Oktober 2026), privat abgerechnet nach GOÄ.[10] Ein Honorar über der Gebührenordnung braucht eine schriftliche Vereinbarung vor der Behandlung, und die Rechnung muss jede Leistung einzeln ausweisen.[10] Die gesetzliche Kasse zahlt solche Termine nicht als Vorsorge, bei privaten Versicherungen hängt es vom Tarif ab. Am günstigsten ist ein einzelnes Gespräch, zu dem du deine eigenen Werte mitbringst.

Welche Tests lohnen sich wirklich?

Es lohnen sich vor allem die Tests, deren Ergebnis dir etwas sagt, nach dem du handeln kannst. VO2max[3] und Handkraft[4] sagen in Beobachtungsstudien die Sterblichkeit stark voraus, und ApoB und LDL[5] sowie Lp(a), mindestens einmal gemessen,[6] sind ursächlich an Herzkrankheit beteiligt. Blutdruck und Rauchen gehen in den Standard-Risikorechner ein.[7] Der Kern aus Check-up 35, Laborwerten und VO2max kostet nach unserer Rechnung rund 180 bis 450 €, während epigenetische Alterstests, Mikrobiom-Panels und ein Ganzkörper-MRT bei niedrigem Risiko teurer und schwächer begründet sind. Bevor du eine Selbstzahlerleistung buchst, schau sie im IGeL-Monitor nach.[9]

Was ist mit Longevity-Kliniken in der Schweiz?

Die Schweiz hat zwei Zentren, Zürich und die Genferseeregion, und ein swissinfo-Bericht vom April 2025 zählte gut 20 Schweizer Privatkliniken, die Longevity-Tests anbieten.[12] Derselbe Bericht nennt Beispiele: Eine Zürcher Klinik verlangte für einen Check-up ab 1.850 Franken, ein Patient zahlte nach eigener Aussage rund 5.000 Franken für ein 12-Monats-Programm, und eine Woche mit Aufenthalt kostete in Montreux 48.250 Franken, in Küsnacht ab 117.300 Franken.[12] Das sind Preise einzelner Anbieter, keine Marktdurchschnitte, also frag vor der Buchung auch bei deiner Krankenversicherung nach, ob sie einen Teil übernimmt. Mehr auf der [Zürich-Seite](/de/city/zurich).

Was ist mit Longevity-Kliniken in Österreich?

Österreich hat Longevity-Praxen in Wien und Gesundheits-Retreats in den Alpenregionen, und die Pakete zahlst du auch dort selbst. Die öffentliche Basis ist breiter als in Deutschland: Alle mit Wohnsitz in Österreich können ab 18 einmal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung.[15] Fang dort an und ergänze dann ApoB, Lp(a) und einen VO2max-Test als Selbstzahler. An der Evidenz ändert das Land nichts, denn allgemeine Gesundheitschecks senkten die Sterblichkeit in Studien nicht.[2]

Wie erkenne ich unseriöse Angebote?

Warnzeichen sind eine fehlende ärztliche Leitung mit Facharzttitel, keine schriftliche Preisinformation vor dem Termin[30] und Befunde ohne Referenzbereiche und nächste Schritte. Skeptisch solltest du auch werden, wenn NAD+-Infusionen, Ozon oder Supplements das Kernangebot bilden. Dasselbe gilt für Stammzell- oder andere Zelltherapien ohne Zulassung oder genehmigte Studie[24] und für rezeptpflichtige Medikamente wie Testosteron oder Rapamycin ohne medizinischen Grund.[27] Seriöse Anbieter messen die gut belegten Marker, rechnen transparent nach GOÄ ab,[10] erklären dir, was aus den Werten folgt, und schicken den Bericht mit deiner Zustimmung an deine Hausärztin.[26] Frag außerdem, was der Anbieter bewusst nicht anbietet, denn wer alles anbietet, wählt nicht aus.

Welche ist die beste Longevity-Klinik in Europa?

Ein Ranking nach Ergebnissen gibt es nicht: Uns ist keine Klinik bekannt, die gezeigt hat, dass ihr Programm das Leben verlängert, und allgemeine Gesundheitschecks senkten in randomisierten Studien die Sterblichkeit nicht.[2] Beurteile eine Klinik deshalb danach, was sie misst und wie sie arbeitet: eine Fachärztin mit passendem Hintergrund an der Spitze,[11] gut belegte Marker wie ApoB, Lp(a), VO2max und Blutdruck im Zentrum, schriftliche Preise vor dem Termin,[30] keine Infusionen oder Supplements als Kernangebot und ein Bericht an deine Hausärztin, wenn du zustimmst. Einzelne Kliniken empfehlen wir bewusst nicht.

Lohnen sich DEXA oder ein Ganzkörper-MRT für Gesunde?

DEXA und Ganzkörper-MRT gehören beide nicht zum Kern eines sinnvollen Check-ups. Eine DEXA zur Körperzusammensetzung kostet nach unserer Schätzung etwa 50 bis 200 € und ist Selbstzahlerleistung. Weil DEXA mit Röntgenstrahlen arbeitet, muss eine Ärztin aber auch dann vorher prüfen, ob die Untersuchung bei dir medizinisch gerechtfertigt ist.[17] Allein Körperfett oder Trainingserfolg zu kontrollieren, reicht dafür laut Strahlenschutzkommission nicht aus.[31] Eine Knochendichtemessung per DXA zahlt die Kasse nur, wenn konkrete Befunde wie ein Wirbel- oder Hüftbruch ohne passenden Unfall eine medikamentöse Osteoporose-Therapie nahelegen.[16] Ein Ganzkörper-MRT findet bei Gesunden oft harmlose Auffälligkeiten, die weitere Untersuchungen nach sich ziehen. Wann sich welcher Scan lohnt, erklären der [DEXA-Ratgeber](/de/guide/dexa-scan-kosten) und der [Ratgeber zum Ganzkörper-MRT](/de/guide/ganzkoerper-mrt-vorsorge).

Quellen31

  1. Bischof E, Scheibye-Knudsen M, Siow R, Moskalev A. (2021). Longevity medicine: upskilling the physicians of tomorrow. The Lancet Healthy Longevitydoi:10.1016/S2666-7568(21)00024-6
  2. Krogsbøll LT, Jørgensen KJ, Gøtzsche PC. (2019). General health checks in adults for reducing morbidity and mortality from disease. Cochrane Database of Systematic Reviewsdoi:10.1002/14651858.CD009009.pub3
  3. Mandsager K, Harb S, Cremer P, Phelan D, Nissen SE, Jaber W. (2018). Association of Cardiorespiratory Fitness With Long-term Mortality Among Adults Undergoing Exercise Treadmill Testing. JAMA Network Opendoi:10.1001/jamanetworkopen.2018.3605
  4. Leong DP, Teo KK, Rangarajan S, et al. (2015). Prognostic value of grip strength: findings from the Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE) study. The Lancetdoi:10.1016/S0140-6736(14)62000-6
  5. Mach F, Baigent C, Catapano AL, et al. (2020). 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk. European Heart Journaldoi:10.1093/eurheartj/ehz455
  6. Kronenberg F, Mora S, Stroes ESG, et al. (2022). Lipoprotein(a) in atherosclerotic cardiovascular disease and aortic stenosis: a European Atherosclerosis Society consensus statement. European Heart Journaldoi:10.1093/eurheartj/ehac361
  7. Visseren FLJ, Mach F, Smulders YM, et al. (2021). 2021 ESC Guidelines on cardiovascular disease prevention in clinical practice. European Heart Journaldoi:10.1093/eurheartj/ehab484
  8. Gemeinsamer Bundesausschuss. (2021). Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie (Check-up ab 35)g-ba.de
  9. Medizinischer Dienst Bund. (2026). IGeL-Monitor, Bewertung von Selbstzahlerleistungenigel-monitor.de
  10. Bundesministerium der Justiz. (2023). Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)gesetze-im-internet.de
  11. Bundesärztekammer. (2026). (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018, Stand 03.07.2026, Abschnitt C: Zusatz-Weiterbildungenbundesaerztekammer.de
  12. Davis Plüss J, SWI swissinfo.ch. (2025). Longevity-Kliniken: moderne Quacksalberei oder Schlüssel zum gesunden Altern? (24. April 2025)swissinfo.ch
  13. Medizinischer Dienst Bund. (2021). Ultraschall der Halsschlagadern zur Schlaganfallvorsorge (IGeL-Monitor: tendenziell negativ, Aktualisierung 2021)igel-monitor.de
  14. Medizinischer Dienst Bund. (2017). EKG zur Früherkennung einer koronaren Herzerkrankung (IGeL-Monitor: tendenziell negativ)igel-monitor.de
  15. Gesundheitsportal Österreich. (2026). Vorsorgeuntersuchunggesundheit.gv.at
  16. Gemeinsamer Bundesausschuss. (2013). Beschluss des G-BA über eine Änderung der MVV-RL: Osteodensitometrie bei Osteoporose (21.02.2013)g-ba.de
  17. Bundesministerium der Justiz. (2026). Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) § 83: Anwendung ionisierender Strahlung am Menschen (rechtfertigende Indikation)gesetze-im-internet.de
  18. Gemeinsamer Bundesausschuss. (2023). ASV-RL Anlage 2l, Appendix Pulmonale Hypertonie: Positivliste (EBM 13560 und 13660 Ergospirometrie)g-ba.de
  19. mkk (meine krankenkasse). (2026). Sportmedizinische Untersuchung: Zuschuss und Kostenmeine-krankenkasse.de
  20. MDI Limbach Berlin. (2026). Laborleistungen für Selbstzahler (Preisliste)mdi-limbach-berlin.de
  21. Medizinischer Dienst Bund. (2026). Früherkennungsuntersuchung auf Vitamin-D-Mangel (IGeL-Monitor: unklar)igel-monitor.de
  22. Medizinischer Dienst Bund. (2026). HbA1c-Bestimmung zur Früherkennung eines Typ-2-Diabetes (IGeL-Monitor: unklar)igel-monitor.de
  23. Demay MB, Pittas AG, Bikle DD, et al. (2024). Vitamin D for the Prevention of Disease: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolismdoi:10.1210/clinem/dgae290
  24. European Medicines Agency, Heads of Medicines Agencies. (2025). Unregulated advanced therapy medicinal products pose serious risks to health (EMA/66537/2025)ema.europa.eu
  25. Oberlandesgericht Hamm. (2018). OLG Hamm, Urteil vom 27.02.2018, 4 U 161/17 (Bezeichnung „Praxisklinik“ irreführend ohne stationäre Aufnahme)dejure.org
  26. Bundesministerium der Justiz. (2026). SGB V § 73 Kassenärztliche Versorgung (Abs. 1b: Datenübermittlung an den Hausarzt mit Zustimmung)gesetze-im-internet.de
  27. Bundesministerium der Justiz. (2026). Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1gesetze-im-internet.de
  28. Bundesministerium der Justiz. (2026). Gendiagnostikgesetz (GenDG) § 7 Arztvorbehalt und § 10 Genetische Beratunggesetze-im-internet.de
  29. Sacks DB, Arnold M, Bakris GL, et al. (2023). Executive Summary: Guidelines and Recommendations for Laboratory Analysis in the Diagnosis and Management of Diabetes Mellitus. Diabetes Caredoi:10.2337/dci23-0048
  30. Bundesministerium der Justiz. (2026). Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 630c Abs. 3: Information über voraussichtliche Behandlungskostengesetze-im-internet.de
  31. Strahlenschutzkommission. (2015). Stellungnahme der Strahlenschutzkommission: Strahlenhygienische Aspekte bei Röntgenuntersuchungen zur Bestimmung der Körperzusammensetzung mittels DXA (19.02.2015)verwaltungsvorschriften-im-internet.de

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Erstellt von Maurice Lichtenberg, Gründer, Longevity Cities

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