Bewegung und Kognition
14 Paper in der Bibliothek, stärkste Bewertung Moderat.
Bewertet als Moderat · Fast 247.000 Erwachsene wurden bis zu elf Jahre begleitet; als Beobachtungsstudie kann sie Ursache und Wirkung nicht trennen, und die Risikofaktoren wurden nur einmal erfragt.
Paper 14
- Einsam und inaktiv im Alter: höchstes DemenzrisikoModeratn = 246.9682026Journal of Alzheimer's disease : JADÜbergewicht, Rauchen, Einsamkeit: Risikofaktoren für Demenz treten selten allein auf. Eine große Auswertung aus den Niederlanden zeigt, welche Kombinationen bei älteren Menschen am stärksten mit späterer Demenz verbunden waren. Am höchsten war das Risiko in einer Gruppe, in der Einsamkeit, gedrückte Stimmung und Bewegungsmangel zusammenkamen. Ihr Risiko lag um 23 Prozent höher als bei Menschen mit dem günstigsten Profil. Grundlage war eine Gesundheitsbefragung von 2012 mit fast 247.000 Erwachsenen. Die Forschenden betrachteten zehn beeinflussbare Faktoren, darunter Bluthochdruck, Diabetes, Hörverlust, Alkohol, Rauchen und Depression. Eine statistische Methode sortierte die Menschen in Gruppen mit ähnlichem Muster. Bei den über 65-Jährigen verfolgten sie bis 2023, wer an Demenz erkrankte. Die Gruppe mit viel Alkohol und Rauchen hatte ein um 16 Prozent höheres Risiko. Bei Herz- und Stoffwechselproblemen waren es 12 Prozent. Soziale und demografische Unterschiede wurden dabei herausgerechnet. Trotzdem zeigen die Daten Zusammenhänge, keine Ursachen. Ob weniger Einsamkeit und mehr Bewegung im Alter Demenz verhindern, lässt sich daraus nicht ablesen. Zudem stammen die Risikofaktoren aus einer einzigen Befragung.
- Bewegt und geistig rege: gut sieben Jahre länger klar im KopfModeratn = 54.2172026Alzheimer's & dementia : the journal of the Alzheimer's AssociationWer viel Sport trieb und zugleich geistig und sozial aktiv war, hatte die meisten Jahre ohne Probleme mit Gedächtnis und Denken. Ab dem 50. Lebensjahr waren es im Schnitt 24,7 Jahre. Wer beides wenig tat, kam nur auf 17,5 Jahre. Das sind 7,2 Jahre Unterschied. Dafür werteten Forschende wiederholte Befragungen aus vier Langzeitstudien in Asien, Nordamerika und Europa aus. Die Teilnehmenden gaben selbst an, wie viel sie trainierten und wie aktiv sie im Kopf und mit anderen waren. Nur viel Sport ging mit 23,2 guten Jahren einher, nur geistige und soziale Aktivität mit 20,1. Mit beidem lag das Risiko, neu Denkprobleme zu bekommen, um 30 Prozent niedriger als mit wenig von beidem. Mit nur einem davon war es um rund 20 Prozent niedriger. Das eine ersetzte das andere also nicht. Die aktivste Gruppe lebte allerdings auch insgesamt länger und verbrachte mehr Jahre mit Denkproblemen. Alles beruht auf Selbstauskünften und Beobachtung, und die Studien kamen teils zu deutlich verschiedenen Ergebnissen. Ob Sport und geistige Aktivität selbst den Unterschied machen, lässt sich daraus nicht ablesen.
- Bewegungsmix: Ältere schnitten in Denktests besser abModeratn = 6232026Frontiers in aging neuroscienceÄltere Menschen mit leichten Störungen von Gedächtnis und Denken schnitten in Denktests besser ab, wenn sie ein gemischtes Bewegungsprogramm machten. Solche Programme kombinieren mehrere Trainingsarten, etwa Ausdauer, Kraft und Gleichgewicht. Das ergab eine Auswertung von zehn Studien mit zusammen 623 Teilnehmenden. In allen zehn Studien entschied das Los, wer trainierte. Die Vergleichsgruppen bekamen die übliche Versorgung oder Gesundheitsschulungen. Trainiert wurde meist mäßig anstrengend, 30 bis 90 Minuten, zwei- bis fünfmal pro Woche, über 8 bis 48 Wochen. Der Vorteil zeigte sich beim allgemeinen Denkvermögen und etwas schwächer bei Fähigkeiten wie Planen und Umdenken. Klar besser wurde das flexible Umschalten zwischen Aufgaben. Beim Arbeitsgedächtnis zeigte sich kein klarer Unterschied. Die meisten Studien berichteten keine Probleme durch das Training. Allerdings schwankten die Ergebnisse stark zwischen den Studien. Die Teilnehmenden wussten zudem immer, ob sie trainierten, was Ergebnisse verzerren kann. Für das allgemeine Denkvermögen stufen die Forschenden die Verlässlichkeit deshalb als niedrig ein. Ob ein Wachstumsstoff für Nervenzellen namens BDNF steigt, blieb offen: Nur zwei Studien maßen ihn, mit widersprüchlichem Ergebnis.
- Kreatin ab 45: Mehr Kraft auch ohne TrainingModeratn = 732026Journal of the International Society of Sports NutritionMenschen zwischen 45 und 65 Jahren, die bis dahin kaum Sport trieben, nahmen zwölf Wochen lang Kreatin. Auch ohne Training legten sie an fettfreier Masse zu, also vor allem an Muskeln. Nach zwölf Wochen waren es im Schnitt etwa 1,1 Kilogramm, mit großer Unsicherheit. Beim Bankdrücken und an der Beinpresse wurden sie kräftiger als die Vergleichsgruppe mit Scheinpräparat. 73 gesunde, bewegungsarme Erwachsene wählten zuerst selbst, ob sie an einem Programm mit Training und Diät teilnehmen. Danach entschied das Los, wer zweimal täglich 5 Gramm Kreatin bekam und wer ein gleich aussehendes Scheinpräparat. Die Trainingsgruppe übte dreimal pro Woche unter Anleitung Kraft und Ausdauer. 64 Teilnehmende hielten bis zum Ende durch. Auch mit Training und Diät brachte Kreatin mehr fettfreie Masse, mehr Kraft und einen stärkeren Rückgang des Körperfettanteils. Bei Gedächtnistests gab es nur vereinzelte Vorteile, die die Forschenden selbst als vorläufig werten. Kreatinin, ein Blutwert zur Prüfung der Nieren, stieg leicht an. Nebenwirkungen waren selten und in allen Gruppen ähnlich. Die wichtigste Grenze: Die vier Gruppen hatten am Ende nur 13 bis 20 Personen, und ob jemand trainierte, entschied nicht das Los.
- Wer am Stück aktiv ist, erkrankt seltener an DemenzModeratn = 66.4832026Translational psychiatryOb viele kurze Bewegungsmomente am Tag so viel bringen wie eine längere Einheit, war bisher unklar. Daten aus Großbritannien sprechen für die längere Einheit. Wer sich am Stück mäßig bis stark anstrengend bewegte, bekam später seltener eine Demenz. Am niedrigsten war das Risiko bei Phasen von 13 Minuten: um 72 Prozent niedriger als bei Menschen, die sich nie so bewegten. Für die Auswertung trugen 66.483 Erwachsene eine Woche lang einen Bewegungsmesser am Handgelenk. Sie gehören zur UK Biobank, einer großen britischen Gesundheitsstudie. Forschende begleiteten sie danach im Schnitt rund siebeneinhalb Jahre. Auch Depressionen und Angststörungen traten bei längeren Phasen seltener auf. Das niedrigste Risiko zeigte sich hier bei 36 Minuten am Stück: Es war etwa halb so hoch. Das galt auch, wenn man die gesamte Bewegungsmenge herausrechnete. Hirnscans einer Teilgruppe passen dazu. Wer längere Phasen hatte, besaß einen größeren linken Hippocampus, eine Hirnregion, deren Schwund als Zeichen von Alzheimer gilt. Ob die Bewegung selbst schützt, kann die Studie nicht zeigen, denn sie hat nur beobachtet. Zudem erkrankten nur 425 Menschen an Demenz, und die Teilnehmenden waren überwiegend weiß.
- Erste Denkprobleme: Jede Trainingsart schnitt besser abModeratn = 4.6032026Frontiers in aging neuroscienceZwischen normalem Altern und Demenz gibt es eine Zwischenstufe: die leichte kognitive Störung. Wer sie hat, erkrankt häufiger später an Demenz. Eine große Auswertung zeigt nun, dass alle untersuchten Trainingsarten beim allgemeinen Denkvermögen besser abschnitten als kein Training. Je nach geistiger Fähigkeit lag allerdings eine andere Form vorn. Die Forschenden fassten 55 Studien mit zusammen 4.603 Menschen zusammen, meist im Alter von etwa 60 bis 85 Jahren. In allen Studien entschied das Los, wer trainierte. Verglichen wurden sechs Formen: Ausdauer, Kraft, Tanz, Ausdauer plus Kraft, gemischte Programme mit mehreren Bausteinen und ruhige Bewegungsformen wie Tai-Chi oder Qigong. Beim Denkvermögen insgesamt lagen gemischte Programme in der Rangfolge vorn. Beim Gedächtnis waren es Tai-Chi und Co. Beim Planen und Umschalten zwischen Aufgaben lag Krafttraining vorn. Gemischte Programme mit mittlerer Anstrengung an mindestens fünf Tagen pro Woche gingen mit größeren Verbesserungen einher. Dieser Befund beruht aber auf Vergleichen zwischen verschiedenen Studien und gilt als vorläufig. Zu Gedächtnis und Planen gab es nur 21 beziehungsweise 15 Studien, und nicht alle waren frei von Schwächen. Ob Training den Weg in eine Demenz aufhält, wurde nicht untersucht.
- Ausdauersport: 14 von 16 Studien fanden Vorteile fürs DenkenModeratn = 162026Frontiers in aging neuroscienceVierzehn von 16 Studien kamen zum selben Ergebnis: Ältere Menschen, die ein Ausdauertraining machten, schnitten danach in Denktests besser ab als Vergleichsgruppen. Die meisten Teilnehmenden hatten eine leichte kognitive Beeinträchtigung, also erste Probleme mit Gedächtnis oder Denken. Die Autoren beschreiben diese geistige Gebrechlichkeit im Alter als Zustand, der sich womöglich zurückbilden lässt. Für die Übersicht suchten Forschende nach Studien, in denen das Los über das Training entschied. Die Programme reichten von reinem Ausdauertraining über Tai Chi, die chinesischen Baduanjin-Übungen oder Kajakpaddeln bis zu Training mit gleichzeitiger Denkaufgabe. Alle Studien mit reinem Ausdauertraining und beide mit Doppelaufgabe fanden Verbesserungen. Nur die eine Studie, in der erst trainiert und danach getrennt das Denken geübt wurde, fand keinen klaren Vorteil fürs Denken. Wie groß der Nutzen ist, lässt sich daraus nicht ablesen. Die Studien wurden nur danach gezählt, ob sie einen Vorteil fanden. Die meisten begleiteten die Teilnehmenden höchstens sechs Monate, deshalb bleibt die Wirkung auf das Demenzrisiko offen. Zudem erfasste keine Studie die körperliche Gebrechlichkeit mit geprüften Tests.
- Gedächtnis lässt nach: Bewegung verbesserte DenktestsModeratn = 1.3042026BMJ global healthBis 2050 werden zwei Drittel aller Menschen mit Demenz in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen leben. Programme zur Vorbeugung entstehen bisher aber vor allem in reichen Ländern. Eine Auswertung von Studien aus ärmeren Ländern zeigt nun: Bei Menschen mit ersten Gedächtnisproblemen schnitten Bewegungsprogramme in Denktests besser ab als die Vergleichsgruppen. Die Forschenden fassten 25 Studien mit zusammen 1.304 Teilnehmenden aus sechs Ländern zusammen, 17 davon aus China. In allen Studien entschied das Los, wer an einem Programm teilnahm. Die Teilnehmenden hatten leichte Einbußen beim Denken oder merkten selbst, dass ihr Gedächtnis nachließ. Die Programme dauerten einen bis sechs Monate. In 15 Studien reichten die Daten für eine gemeinsame Rechnung. Der Vorteil war deutlich, am stärksten bei Bewegung. Auch Programme, die mehrere Bausteine kombinierten, schnitten besser ab. Allerdings fehlten auffällig viele kleine Studien ohne Erfolg. Das spricht dafür, dass solche Ergebnisse seltener veröffentlicht wurden. Nur 9 der 25 Studien erreichten die beste Qualitätsstufe. Ob die Programme vor Demenz schützen, lässt sich daraus nicht ablesen: Keine Studie zählte Demenzdiagnosen, gemessen wurde das Denkvermögen direkt nach dem Programm.
- Aktiv in der Lebensmitte, später etwas fitter im KopfModeratn = 33.2952026Frontiers in neuroendocrinologyWer zwischen 40 und 59 Jahren körperlich aktiv war, schnitt Jahre später in Denktests etwas besser ab. Das galt für das Denkvermögen insgesamt, für das Gedächtnis für Wörter und für das Denktempo. Die Unterschiede waren klein. Die Autoren halten sie aber für bedeutsam, wenn man auf die ganze Bevölkerung blickt. Das Team suchte nach Studien, die Erwachsene ohne Gedächtnisprobleme über Jahre begleitet hatten. 15 Studien mit zusammen 33.295 Menschen kamen in Frage, knapp zwei Drittel davon Frauen. Acht ließen sich rechnerisch zusammenfassen. Verglichen wurden wenig Aktive mit mäßig bis stark Aktiven. Beim Planen und Umschalten zwischen Aufgaben zeigte sich kein klarer Unterschied. Das galt auch dafür, wie schnell einem Wörter einfallen. Alle Studien fragten die Menschen selbst, wie aktiv sie waren. Gemessen wurde die Bewegung nicht. Zudem gingen die Ergebnisse der einzelnen Studien stark auseinander. Ob der Zusammenhang bei Frauen und Männern verschieden ist, lässt sich nicht sagen: Nur eine Studie wertete beide Geschlechter getrennt aus. Als Beobachtungsdaten zeigen die Studien außerdem nicht, dass Bewegung das Denken direkt schützt.
- Krafttraining ließ Alzheimer-typische Hirnregionen leicht schrumpfenModeratn = 902026Age and ageingKrafttraining hat das Gehirn älterer Menschen in einer Studie aus Spanien messbar verändert. Nach 24 Wochen waren Hirnregionen, die bei Alzheimer früh leiden, im Hirnscanner etwas dünner und kleiner. Das klingt zunächst beunruhigend. Die Forschenden deuten es aber eher als Anpassung: Bei wem diese Regionen stärker schrumpften, der schnitt eher besser beim Planen und Steuern des eigenen Denkens ab. Dabei waren 90 Menschen um die 72 Jahre, alle ohne Gedächtnisprobleme. Das Los entschied: 46 trainierten dreimal pro Woche eine Stunde in der Gruppe, mit Gummibändern und dem eigenen Körpergewicht. Die übrigen 44 lebten weiter wie bisher. Der Effekt war klein. Größer fiel er bei Menschen mit Amyloid aus, also Eiweißablagerungen, wie sie typisch für Alzheimer sind. Ohne Ablagerungen zeigte sich kein klarer Unterschied. Ein zweites Maß für die Feinstruktur des Gewebes änderte sich ebenfalls nicht klar. Ob die Veränderung gut oder schlecht ist, lässt sich nicht sicher sagen. Die Hirnwerte erklärten die Denkleistungen statistisch nicht. Nur rund jeder Fünfte hatte Ablagerungen, und nach dem Training wurde niemand weiter beobachtet.
- Nach dem Training oft kurz schneller im KopfModeratn = 1012026Muscles (Basel, Switzerland)Ein zügiges Ausdauertraining kann das Denken für kurze Zeit schärfen. Dieses Muster zieht sich durch 101 Studien mit Erwachsenen. Nach mittelharter bis harter Ausdauerbelastung schnitten die Menschen bei Denkaufgaben laut dem Autor durchweg besser ab. Sie planten und wechselten leichter zwischen Aufgaben, verarbeiteten Informationen schneller und behielten kurz mehr im Kopf. Der Effekt setzte nach wenigen Minuten ein und hielt meist bis zu 30 bis 60 Minuten. Der Autor durchsuchte zwei große Fachdatenbanken nach Studien, in denen Erwachsene einmal oder an bis zu sieben Tagen trainierten. Getestet wurde jeweils davor und danach. Meist ging es um Ausdauer, aber auch Krafttraining verbesserte in mehreren Studien das Planen und Umschalten. Im Blut stieg oft BDNF, ein Botenstoff, der Nervenzellen beim Wachsen hilft. Die meisten Studien fanden aber keinen engen Zusammenhang zwischen diesem Anstieg und den besseren Testwerten. Sehr erschöpfendes Training verschlechterte manchmal das Erlernen neuer Bewegungen. Die Grenzen sind deutlich. Meist nahmen nur 15 bis 40 Menschen teil, oft junge und gesunde. Eine einzige Person wählte die Studien aus, und ihre Qualität wurde nicht formal bewertet. Ob regelmäßiger Sport das Denken auf Dauer verbessert, war nicht die Frage dieser Übersicht.
- Tierversuche: Beim Sport fürs Gehirn kommt es auf die Dosis anVorläufig2026Ageing research reviewsBewegung gilt als starker Einfluss darauf, wie das Gehirn altert. Eine Übersichtsarbeit beschreibt nun, dass bei einem bestimmten Stresssignal Art und Menge des Trainings viel ausmachen. Gemeint ist das Protein p21. Es bremst die Zellteilung und spielt bei der Zellalterung eine Rolle, ist aber nicht mit ihr gleichzusetzen. Die direkten Belege sind spärlich und stammen aus Tierversuchen. Regelmäßiges, maßvolles Training senkte p21-Spuren im Hippocampus, dem Gedächtniszentrum, oder in der Hirnrinde. Das galt für Tiere mit Stoffwechselstress, natürlichem Altern oder Alzheimer-typischen Eiweißablagerungen. Eine einzelne Laufbandeinheit ließ das Signal dagegen kurz ansteigen. Übermäßiges Schwimmen hielt es dauerhaft hoch, begleitet von Zellschäden, Zelltod und schlechteren geistigen Leistungen. Die Arbeit ordnet die Befunde in drei Zustände: Entlastung bei maßvollem Training, kurze Anpassung und Überlastung. Nach Einschätzung der Autoren spricht mehr dafür, dass Sport Zellstress vorbeugt, als dass er gealterte Zellen im Gehirn beseitigt. Was davon beim Menschen gilt, lässt sich daraus nicht ablesen.
- Aktive Menschen haben geordnetere Leitungsbahnen im GehirnVorläufign = 4.1882026Aging cellDie weiße Substanz im Gehirn besteht aus Leitungsbahnen, die Hirnregionen miteinander verbinden. Ihr Zustand gilt als empfindliches Zeichen dafür, wie gesund die Blutgefäße im Gehirn sind. In einer Studie aus Bonn hatten Menschen, die im Alltag mehr Energie verbrauchten, geordnetere Nervenfasern in diesen Bahnen. Am größten war der Unterschied bei wenig aktiven Menschen. Bei viel Bewegung flachte er ab. Ausgewertet wurden 4.188 Erwachsene zwischen 30 und 94 Jahren aus der Rheinland-Studie. Sie trugen einen kleinen Bewegungssensor, der ihre Aktivität im Alltag aufzeichnete. Außerdem wurde ihr Gehirn im Kernspintomografen vermessen. Mit steigendem Alter hing Bewegung stärker mit günstigen Werten in einigen Faserbahnen zusammen. Überraschend war ein anderer Befund: In Bahnen, die Bewegungen steuern, hatten aktivere Menschen eine geringere Dichte an Nervenfortsätzen. Ein großer Teil der Zusammenhänge ließ sich rechnerisch über Körpergewicht, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselwerte sowie Entzündungswerte erklären. Alle Werte stammen von einem einzigen Zeitpunkt. Ob Bewegung die Hirnbahnen schützt oder ob Menschen mit gesünderem Gehirn sich mehr bewegen, lässt sich daraus nicht ablesen. Zudem waren die Teilnehmenden relativ hoch gebildet und vergleichsweise aktiv.
- Alte Ratten: Intervalle halfen dem Gedächtnis mehr als DauerlaufVorläufign = 322026BMC sports science, medicine & rehabilitationAlte Ratten, die sechs Wochen lang im Intervall liefen, merkten sich ein verstecktes Ziel besser als Artgenossen mit gleichmäßigem Tempo. Im abschließenden Gedächtnistest im Wasserbecken blieben sie länger im richtigen Bereich. Beim Lernen des Wegs waren beide Laufgruppen schneller als untrainierte alte Ratten. Forschende teilten 24 alte und 8 junge männliche Ratten per Los in vier Gruppen ein. Eine Gruppe alter Tiere lief dreimal pro Woche 30 Minuten gleichmäßig auf dem Laufband. Eine zweite wechselte fünf Minuten langsam mit einer Minute doppelt so schnell ab. Die übrigen Tiere blieben ohne Training. Nach dem Intervalltraining fanden sich im Hippocampus, einer für das Gedächtnis wichtigen Hirnregion, mehr BDNF. Das ist ein Wachstumsfaktor für Nervenzellen. Auch ein entzündungshemmender Botenstoff war dort erhöht. Gleichmäßiges Laufen steigerte im Hippocampus dagegen ein Schutzenzym gegen Zellstress. In einem Angsttest drückten sich die Intervall-Ratten seltener am Rand herum, ein zweiter Test zeigte keinen klaren Unterschied. Die Gruppen umfassten nur je acht männliche Tiere. Die Autoren betonen, dass sich die Befunde nur begrenzt auf Menschen übertragen lassen.
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