Bewegung und Gesamtsterblichkeit
17 Paper in der Bibliothek, stärkste Bewertung Moderat.
Bewertet als Moderat · Auswertung von Beobachtungsstudien, doch nur drei mit 452.513 Menschen verglichen beide Muster direkt; die Autoren stufen die Verlässlichkeit als sehr gering ein.
Paper 17
- Wochenendsport: Kein klarer Unterschied beim SterberisikoModeratn = 452.5132026Journal of science and medicine in sportOb Menschen ihre Bewegung auf wenige Tage der Woche bündeln oder sie regelmäßig verteilen, machte beim Sterberisiko keinen klar erkennbaren Unterschied. Das ergab eine Auswertung von Studien mit Erwachsenen im mittleren und höheren Alter. Verglichen wurden sogenannte Wochenendkrieger mit regelmäßig Aktiven. Das Forschungsteam durchsuchte fünf große Datenbanken und behielt 46 Berichte. Nur drei unabhängige Studien verglichen die beiden Muster aber direkt, mit zusammen 452.513 Menschen. In ihnen unterschied sich das Risiko zu sterben zwischen den Gruppen nicht klar. Auch sechs weitere Vergleiche, die die Forschenden aus vorhandenen Daten nachrechneten, ergaben keinen klaren Unterschied. Dass beide Muster gleich gut sind, ist damit nicht belegt, betonen die Autoren. Dafür gab es zu wenige direkte Daten. Außerdem war die wöchentliche Menge an mäßiger bis intensiver Bewegung nicht in allen Vergleichen gleich groß. Die Verlässlichkeit der Ergebnisse stuften sie als sehr gering ein. Zu Herz, Stoffwechsel, Sicherheit und Durchhalten fanden sie kaum direkte Daten.
- Unter 5.000 Schritte, aber zügig: geringeres SterberisikoModeratn = 64.7432026British journal of sports medicineWer am Tag nur wenige Schritte macht, dabei aber flott unterwegs ist, starb in einer großen britischen Studie seltener. Das galt schon für Menschen mit weniger als 5.000 Schritten am Tag. Kamen sie in ihren zügigsten 30 Minuten auf 80 Schritte pro Minute, war ihr Sterberisiko um 28 Prozent niedriger. Diese Minuten mussten nicht am Stück liegen. Zum Vergleich dienten Menschen, die ebenso wenig und sehr langsam gingen. Die Forschenden nutzten Daten der UK Biobank, einer großen britischen Gesundheitsstudie. 64.743 Erwachsene trugen dort ein Messgerät am Handgelenk, das Schritte und Tempo erfasste. Danach verfolgten die Forschenden, wer starb. Am niedrigsten lag das Risiko bei 7.500 bis 10.000 Schritten am Tag mit etwa 100 Schritten pro Minute, nämlich um 43 Prozent niedriger. Alter und andere Einflüsse wurden dabei herausgerechnet. Für Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigte sich ein ähnliches Muster. Die Autoren schließen daraus, dass verschiedene Kombinationen aus Schrittzahl und Tempo frühen Todesfällen vorbeugen könnten. Die Studie hat aber nur beobachtet, wer länger lebte. Ob ein schnelleres Tempo selbst das Risiko senkt, lässt sich daraus nicht ablesen.
- Viel bewegt, selten unterbrochen: Niedrigstes SterberisikoModeratn = 94.0142026Journal of exercise science and fitnessWie viele Minuten man sich bewegt, ist offenbar nicht alles. In einer großen britischen Studie hatten jene Menschen das niedrigste Sterberisiko, die tagsüber viel aktiv waren und ihre Bewegung selten gleich wieder ins Sitzen übergehen ließen. Verglichen mit der Gruppe, die sich am wenigsten und am stärksten zerstückelt bewegte, lag ihr Risiko um 39 Prozent niedriger. Grundlage sind Daten von 94.014 Erwachsenen aus der UK Biobank, einer britischen Gesundheitsdatenbank. Alle trugen einen Bewegungssensor am Handgelenk. Danach wurden sie im Mittel knapp sieben Jahre begleitet, in dieser Zeit starben 4.901. Jede zusätzliche zehn Minuten zügige oder anstrengende Bewegung pro Tag ging mit einem um 4 Prozent niedrigeren Sterberisiko einher. Bei gleicher Gesamtzeit zeigte sich außerdem: Wer mehr Zeit in kurzen Etappen unter fünf Minuten aktiv war, hatte ein geringeres Risiko. Die Bewegung wurde nur ein einziges Mal gemessen. Kranke Menschen bewegen sich womöglich von vornherein anders. Dazu passt: Ohne Teilnehmende mit chronischen Krankheiten verschwand der Zusammenhang mit häufig abgebrochener Bewegung. Zudem sind die Teilnehmenden gesünder und wohlhabender als der Durchschnitt.
- Zehn Stunden Sitzen am Tag, kaum Pausen: höheres SterberisikoModeratn = 89.0102026Zhong nan da xue xue bao. Yi xue ban = Journal of Central South University. Medical sciencesWer täglich zehn Stunden oder länger sitzt und dabei selten aufsteht, hatte in einer großen britischen Studie ein um gut 50 Prozent höheres Sterberisiko. Verglichen wurde mit Menschen, die kürzer saßen und ihr Sitzen mindestens zwölfmal am Tag unterbrachen. Häufige Pausen schwächten den Nachteil langen Sitzens ab. Forschende werteten Daten von 89.010 Teilnehmenden der UK Biobank aus, im Mittel 63,5 Jahre alt. Sie trugen drei bis sieben Tage lang einen Bewegungssensor am Handgelenk und wurden danach im Mittel acht Jahre begleitet. Wer viel saß und wenig Pausen machte, hatte ein um 55 Prozent höheres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Mit 50 Jahren blieben Männern dieser Gruppe rechnerisch knapp drei Jahre weniger ohne solche Erkrankungen, Frauen gut drei. Ein Rechenmodell schätzt: Würden 30 Minuten Sitzen durch zügige Bewegung ersetzt, läge das Sterberisiko dieser Gruppe um 17 Prozent niedriger. Das ist eine Modellrechnung, kein getesteter Versuch. Zudem kann der Sensor am Handgelenk Sitzen nicht sicher von ruhigem Stehen unterscheiden. Die Teilnehmenden waren überwiegend weiß, eher gesund und sozial besser gestellt. Eine Ursache belegt die Studie nicht, das betonen die Forschenden selbst.
- Nierenkrank: Wer sich viel bewegte, starb seltenerModeratn = 5.5782026MedicineMenschen mit einer chronischen Nierenerkrankung haben ein erhöhtes Sterberisiko. In einer großen US-Erhebung starben Nierenkranke seltener, wenn sie mindestens 150 Minuten pro Woche mäßig bis intensiv aktiv waren. Ihr Sterberisiko lag um 52 Prozent niedriger als bei Menschen, die keine Bewegungsempfehlung erfüllten. Wer wenig saß, hatte ein um 25 Prozent niedrigeres Risiko. Die Forschenden werteten Daten von 5.578 Erwachsenen aus den Jahren 1999 bis 2018 aus. Alle hatten eine chronische Nierenerkrankung, erkennbar an Blut- oder Urinwerten. Die Teilnehmenden gaben selbst an, wie viel sie sich bewegten, saßen und schliefen. Als Maßstab dienten kanadische Empfehlungen, die diese drei Dinge für den ganzen Tag zusammen betrachten. Bis Ende 2019 starben 1.402 Teilnehmende. Wer alle drei Empfehlungen erfüllte, hatte ein um 55 Prozent niedrigeres Risiko. Genug Schlaf allein zeigte dagegen keinen klaren Zusammenhang. Deutlich war der Zusammenhang vor allem bei Menschen ab 65 Jahren. Bei Jüngeren fand sich kein klarer Unterschied, doch dort gab es nur wenige Todesfälle. Ob mehr Bewegung selbst das Leben Nierenkranker verlängert, lässt sich daraus nicht ablesen. Das Verhalten wurde nur einmal zu Beginn und per Selbstauskunft erfasst.
- Vier Leiden zugleich: Sterberisiko gut dreimal so hochModeratn = 39.9402026MedicineWer mehrere chronische Krankheiten gleichzeitig hatte, starb in einer großen US-Erhebung deutlich häufiger. Bei zwei der vier untersuchten Krankheiten war das Sterberisiko fast doppelt so hoch wie bei Menschen ohne diese Krankheiten. Bei allen vier war es gut dreimal so hoch. Körperlich Aktive hatten dagegen ein niedrigeres Risiko. Die Forschenden werteten Daten von 39.940 Erwachsenen aus, erhoben über rund 20 Jahre. Untersucht wurden vier häufige Krankheiten, darunter Diabetes, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Der Anteil der Menschen mit mindestens zwei davon nahm über die Jahre zu. Wer sich mäßig bewegte, hatte ein um 22 Prozent niedrigeres Sterberisiko als wenig Aktive. Bei intensiver Bewegung lag es um 28 Prozent niedriger. Nach einer Modellrechnung der Autoren war die Lebenserwartung Mehrfachkranker um 5,64 Jahre kürzer. Bei Aktiven fiel dieser Verlust um bis zu 2,31 Jahre geringer aus. Diese Werte stammen aus Rechenmodellen und waren nicht in jeder Gruppe statistisch klar. Ob Bewegung selbst Lebensjahre zurückbringt, zeigt die Studie nicht, denn sie beobachtet nur. Die Krankheiten wurden zudem meist per Selbstauskunft erfasst.
- Prostatakrebs: Aktive Männer starben seltenerModeratn = 50.1442026Cancer causes & control : CCCMänner, die nach der Diagnose Prostatakrebs viel in Bewegung blieben, hatten ein um 31 Prozent niedrigeres Risiko zu sterben. Als „viel“ galt das Pensum, das die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, oder mehr. Auch das Risiko, am Prostatakrebs selbst zu sterben, lag niedriger, nämlich um 23 Prozent. Dafür fassten Forschende zehn Studien zusammen. Sie hatten zusammen mehr als 50.144 Männer begleitet, vor allem in den USA, Schweden und Kanada. Die Männer gaben selbst an, wie aktiv sie waren. Verglichen wurden alle, die die Empfehlung erreichten, mit jenen, die darunter blieben oder sich gar nicht bewegten. In vier Studien ging es gezielt um mäßig bis stark anstrengende Bewegung. Dort lag das Sterberisiko um 38 Prozent niedriger. Die einzelnen Studien kamen zu recht unterschiedlich starken Ergebnissen. Alle beobachteten nur, keine teilte Männer gezielt einem Training zu. Ob die Bewegung selbst das Leben verlängert, lässt sich daraus nicht ablesen: Vielleicht waren die aktiven Männer schon vorher gesünder. Die Autoren sehen Bewegung als mögliche Ergänzung zur Krebsbehandlung.
- Armband-Daten: Wer im Tagestakt war, starb seltenerModeratn = 90.0002026Advanced science (Weinheim, Baden-Wurttemberg, Germany)Der Körper folgt einer inneren Uhr, die sich nach Tag und Nacht richtet. Gerät sie aus dem Takt, trägt das zu Krankheiten bei, etwa des Stoffwechsels, des Herzens oder der Psyche. Ein Messgerät am Handgelenk liefert dazu neue Hinweise. Bei Menschen, deren Bewegung und Gerätetemperatur über den Tag eng gekoppelt waren, traten später seltener Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und nächtliche Atemaussetzer auf. Rund 90.000 Teilnehmende der britischen UK Biobank, im Mittel 63 Jahre alt, trugen eine Woche lang ein solches Gerät. Normalerweise verlaufen Bewegung und Temperatur gegenläufig, mit rund zwölf Stunden Versatz. Die Forschenden maßen, wie eng diese Kopplung war, und begleiteten die Menschen 7 bis 11 Jahre. Mit jeder Stufe engerer Kopplung lag das Sterberisiko um 7 Prozent niedriger. Wich der Versatz vom üblichen Muster ab, war das Diabetesrisiko höher. Ob ein stabiler Tagesrhythmus selbst schützt, lässt sich daraus nicht ablesen. Obwohl viele Faktoren herausgerechnet wurden, können andere Unterschiede mitspielen. Zudem misst das Gerät nur grob die Haut am Handgelenk, nicht die Körpertemperatur. Die Teilnehmenden waren überwiegend weiß und mittleren bis höheren Alters.
- Wer 90 Minuten pro Woche Krafttraining machte, starb seltenerModeratn = 147.3742026British journal of sports medicineWer pro Woche anderthalb bis knapp zwei Stunden Krafttraining machte, starb im Lauf der Jahre seltener. Das Sterberisiko lag um 13 Prozent niedriger als bei Menschen ganz ohne Krafttraining. Das gilt auch, wenn man den Ausdauersport herausrechnet. Auch an Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben sie seltener. Wer mehr als zwei Stunden pro Woche trainierte, hatte keinen zusätzlichen Vorteil. Forschende werteten drei große Langzeitstudien aus den USA aus. Darin wurden 147.374 Beschäftigte aus Gesundheitsberufen bis zu 30 Jahre begleitet, die meisten davon Frauen. Regelmäßig gaben sie an, wie viel Zeit sie mit Gewichten oder an Kraftgeräten verbrachten. Am niedrigsten war das Sterberisiko bei denen, die viel Ausdauersport und Krafttraining kombinierten. Es lag um 45 Prozent unter dem von Menschen mit wenig Ausdauersport und ganz ohne Krafttraining. Die Ergebnisse beruhen auf Beobachtungen, nicht auf einem Experiment. Ob das Krafttraining selbst das Leben verlängert, lässt sich daraus nicht ablesen. Die Teilnehmenden schätzten ihre Trainingszeit selbst ein, und wie intensiv sie trainierten, wurde nicht erfasst. Zudem waren sie überwiegend weiß und im mittleren bis höheren Alter.
- Tagesrhythmus plus Bewegung: 65 Prozent geringeres SterberisikoModeratn = 6.6212026The journals of gerontology. Series A, Biological sciences and medical sciencesWer tagsüber aktiv ist und nachts zur Ruhe kommt, hat einen klaren Tagesrhythmus. In einer Studie aus den USA starben Menschen mit einem solchen Rhythmus deutlich seltener, wenn sie sich zudem ausreichend bewegten. Verglichen mit Menschen mit schwachem Rhythmus und zu wenig Bewegung hatten sie ein um 65 Prozent niedrigeres Sterberisiko. Ihr Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, lag um 75 Prozent niedriger. Grundlage sind 6.621 Erwachsene aus einer großen US-Gesundheitsuntersuchung der Jahre 2011 bis 2014. Sie trugen einen Bewegungsmesser am Handgelenk. Daraus berechneten die Forschenden, wie ausgeprägt der Wechsel von Aktivität und Ruhe war. Nach im Mittel knapp sieben Jahren waren 518 Teilnehmende gestorben, 165 davon an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Autoren schließen daraus, dass genug Bewegung das höhere Risiko bei gestörtem Rhythmus abmildern könnte. In einer vorläufigen Zusatzauswertung erklärte ein schnelleres biologisches Altern, berechnet aus Blutwerten, rechnerisch einen kleinen Teil des Zusammenhangs. Diese Vermutung muss laut den Autoren erst geprüft werden. Ob ein festerer Rhythmus selbst das Leben verlängert, lässt sich nicht ablesen, denn die Daten zeigen nur einen Zusammenhang.
- 1.000 Schritte mehr am Tag: Ältere starben seltenerModeratn = 367.8432026American journal of health promotion : AJHPDer Weg zum Bäcker, die Runde mit dem Hund: Um genau dieses alltägliche Gehen geht es in einer großen Auswertung. Ältere Menschen, die pro Tag 1.000 Schritte mehr gingen, hatten ein um 13 Prozent niedrigeres Sterberisiko. Im Schnitt kamen sie auf knapp 5.700 Schritte am Tag. Ob jemand langsam oder zügig ging, änderte an diesem Zusammenhang wenig. Forschende durchsuchten vier große Fachdatenbanken und fanden 46 passende Studien mit zusammen 367.843 älteren Menschen. Alle lebten selbstständig zu Hause und wurden über die Zeit begleitet. Gemeint war kein verordnetes Training, sondern Gehen im Alltag. Die Zahl zum Sterberisiko stammt aus den Studien, die Schritte zählten, mit zusammen 19.206 Menschen. Wer mehr ging, schnitt auch anderswo besser ab: seltener neue Krankheiten und Klinikaufenthalte, bessere Werte bei Denkvermögen, Stimmung und Alltagsfähigkeiten. Die Studien haben Menschen nur beobachtet, niemand wurde per Los zum Gehen eingeteilt. Ob die zusätzlichen Schritte selbst das Leben verlängern, lässt sich daraus deshalb nicht ablesen. Die Autoren schließen daraus, dass Gesundheitskampagnen das Gehen fördern sollten.
- Alltagsprobleme im Alter wiegen bei Aktiven weniger schwerModeratn = 64.1462026iScienceWer im Alter Muskeln verliert oder Mühe mit alltäglichen Dingen hat, hat ein höheres Sterberisiko. Bei Menschen, die in ihrer Freizeit regelmäßig aktiv waren, fiel dieses zusätzliche Risiko aber kleiner aus. Das ergab eine Auswertung von drei großen Alterserhebungen aus den USA, Europa und China. Insgesamt flossen Daten von 64.146 Menschen ein. Als regelmäßig aktiv galt, wer die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation erfüllte, etwa 150 Minuten mäßige Bewegung pro Woche. In der US-Erhebung hatten Inaktive mit Mühe bei grundlegenden Alltagsaufgaben ein um 82 Prozent höheres Sterberisiko als Inaktive ohne solche Probleme. Bei regelmäßig Aktiven lag das Plus bei 39 Prozent. Beim altersbedingten Muskelschwund war der Abstand kleiner. In Europa und China zeigte sich dasselbe Muster. Die Daten stammen aus Beobachtungen. Sie zeigen nicht, dass Bewegung das Risiko senkt, denn aktive Menschen könnten sich auch auf andere Weise unterscheiden. Offen bleibt zudem, welche Art von Bewegung zählt: Ausdauer und Krafttraining wurden nicht getrennt betrachtet.
- Gebrechlich ab 45: Sterberisiko mehr als dreimal so hochModeratn = 2.1042026The Journal of frailty & agingWer schon in der Lebensmitte gebrechlich ist, hat ein deutlich höheres Sterberisiko. Das ergab eine Auswertung aus Südkorea mit Menschen ab 45 Jahren. Gebrechliche hatten ein mehr als dreimal so hohes Risiko zu sterben wie robuste Teilnehmende. Bei leicht Gebrechlichen lag das Risiko um 72 Prozent höher. Die Forschenden werteten Daten von 2.104 Erwachsenen aus, die zwischen 2006 und 2022 immer wieder befragt wurden. Wie gebrechlich jemand war, ergab ein Punktwert aus 38 Merkmalen der Gesundheit. Gebrechliche gingen auch häufiger zum Arzt und lagen öfter und länger im Krankenhaus. Ihre Behandlung kostete mehr. Zur Bewegung gaben die Teilnehmenden selbst an, ob sie die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation erreichten: mindestens 150 Minuten pro Woche. Bei leicht und stark Gebrechlichen ging das Erreichen dieser 150 Minuten nicht mit einem klar niedrigeren Sterberisiko einher, wenn man andere Einflüsse herausrechnete. Gebrechliche, die so viel Bewegung angaben, hatten sogar höhere Gesundheitskosten. Die Autoren folgern, dass Standard-Empfehlungen für diese Gruppe allein womöglich nicht reichen. Die Bewegung beruhte allerdings auf eigenen Angaben, und eine Beobachtung wie diese zeigt nicht, was Ursache und was Folge ist.
- Auf einem Bein stehen: Fitte Ältere starben seltenerVorläufign = 13.4232026JAMA network openWie fit jemand mit über 65 Jahren ist, zeigen ein paar einfache Tests in wenigen Minuten. In Taiwan hingen genau diese Tests deutlich damit zusammen, wer die folgenden sieben Jahre überlebte. Am stärksten zählten Gleichgewicht, Beinkraft und Ausdauer. Forschende werteten Daten von 13.423 Menschen ab 65 Jahren aus, die zu Hause lebten. Sie hatten 2015 und 2016 sieben Übungen gemacht. Sie traten zwei Minuten auf der Stelle und standen 30 Sekunden lang so oft wie möglich vom Stuhl auf. Sie balancierten auf einem Bein, standen auf, gingen ein kurzes Stück und setzten sich wieder. Bis Ende 2022 starben 1.631 von ihnen, rund jeder Achte. Das beste Fünftel im Aufsteh-und-Geh-Test hatte ein um 59 Prozent niedrigeres Sterberisiko als das schwächste. Alter, Vorerkrankungen und die eigene Angabe zur Bewegung waren dabei herausgerechnet. Dass Fitness selbst das Leben verlängert, belegt die Studie nicht. Möglich ist auch, dass kranke Menschen schon schwächer waren. Das Rauchen wurde nicht erfasst, und gemessen wurde nur ein einziges Mal. Zudem nahmen eher gesündere Menschen teil, die die Tests überhaupt schaffen konnten.
- Fitness sagt Lebensdauer besser voraus als BewegungsangabenVorläufig2026Progress in cardiovascular diseasesWer sich viel bewegt und körperlich fit ist, stirbt seltener früh. Das gilt für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für andere Todesursachen, und zwar in vielen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Eine Übersicht in einer Fachzeitschrift für Herzmedizin fasst diese Forschung zusammen. Ein Punkt sticht heraus: Die gemessene Ausdauerfitness sagt das Risiko meist besser voraus als eigene Angaben zur Bewegung. Die Autoren beschreiben, dass mehr Bewegung mit mehr Nutzen einhergeht. Auch Art und Intensität spielen eine Rolle. Als mögliche Wege nennen sie Blutdruck, Blutzucker, Körperfett, Gefäße und Entzündungen. Dazu kommt der Erhalt von Muskeln und den Kraftwerken der Zellen. Bei Ausdauersportlern mit extremem Training trennen sie das Sterberisiko von anderen Risiken. Dazu zählen Vorhofflimmern, eine Herzrhythmusstörung, und schneller verkalkende Herzkranzgefäße. Es handelt sich um eine eingeladene Übersicht ohne systematische Suche nach Studien. Die Autoren betonen selbst, dass Beobachtungsdaten Ursache und Wirkung schwer trennen. Kranke bewegen sich etwa oft weniger, statt erst durch Bewegungsmangel krank zu werden. Ihr Fazit für Ärztinnen und Ärzte: Fitness wie einen Vitalwert erfassen und Krafttraining einbeziehen.
- Fruchtfliegen leben mit Taurin, Diät und Sport am längstenVorläufign = 602026Aging cellWer bei Tieren das Leben durch Diät verlängert, bezahlt oft mit weniger Fruchtbarkeit oder schwächerer Leistung. Bei Fruchtfliegen fanden Forschende nun eine Kombination, die beides zusammenbrachte. Weniger Methionin, ein Baustein von Eiweiß, plus Taurin plus Bewegung verlängerte das Leben stärker als jeder Teil allein. Die Fliegen blieben dabei beweglich. Das Los teilte die Fliegen auf vier Futtersorten auf. Eine enthielt nur ein Zehntel des üblichen Methionins, eine andere stattdessen zusätzliches Taurin, eine dritte beides. Für die Bewegung drehte ein Motor die Röhrchen langsam, sodass die Fliegen immer wieder nach oben kletterten. Bewegung verlängerte in allen Gruppen das Leben. Die Fliegen der Kombi-Gruppe fraßen weniger, wogen aber gleich viel. In ihrem Darm wuchs eine bestimmte Milchsäurebakterie. Bekamen Fliegen ohne Darmbakterien sie zurück, kehrte ein Teil des Lebensvorteils zurück. Die Ergebnisse stammen aus Fliegen und lassen sich nicht direkt auf Menschen übertragen. Die Forschenden schließen nicht aus, dass die Tiere das Futter schlicht weniger mochten. Sie wussten zudem bei den Versuchen, welche Fliege zu welcher Gruppe gehörte.
- Wenig Sport statt keinem: Das Sterberisiko war deutlich niedrigerVorläufign = 594.2852026Annals of epidemiologyDer größte Unterschied liegt zwischen gar keiner und ein wenig Bewegung. Das legt eine große Auswertung aus den USA nahe. Schon fünf Minuten mäßig bis intensiv anstrengender Bewegung pro Woche gingen mit einem um 13 Prozent niedrigeren Sterberisiko einher als gar keine. Grundlage waren Angaben von 594.285 Erwachsenen aus einer landesweiten Gesundheitsbefragung der Jahre 1997 bis 2018. Die Forschenden verknüpften sie mit Daten zu Todesfällen und begleiteten die Menschen im Mittel 9,5 Jahre. Intensive Minuten zählten dabei doppelt. Gut jeder Dritte gab an, sich gar nicht in diesem Maß zu bewegen. Bei 150 Minuten pro Woche lag das Risiko um 19 Prozent niedriger als bei null, bei 600 Minuten um 26 Prozent. Alter, soziale Lage, Lebensstil und Gesundheitszustand wurden herausgerechnet. Über zehn Jahre starben geschätzt 19,9 Prozent der völlig Inaktiven, also etwa jeder Fünfte. Bei mehr als 600 Minuten pro Woche waren es 7,2 Prozent. Die Studie beobachtet allerdings nur, und die Bewegung beruht auf eigenen Angaben. Ob die Bewegung selbst das Leben verlängert, kann sie deshalb nicht beweisen.
Wie diese Karte berechnet wird
Die Größe einer Markierung ist die Anzahl der Paper, die wir zu dieser Paarung halten. Das ist eine Zählung, keine Gewichtung nach Studiendesign oder Stichprobengröße.
Die Füllung zeigt die stärkste Bewertung in der Zelle. Ein starkes Paper unter vier vorläufigen füllt sie trotzdem dunkel, also öffne die Zelle für den Rest.
Bewertungen und Urteile vergibt ein Mensch mit Namen, niemals eine Zählung.
Eine leere Zelle heißt: Unsere Bibliothek hat zu dieser Paarung noch kein Paper. Das ist eine Lücke bei uns, kein Beweis, dass es niemand untersucht hat.
